Nordrheinische Ärzteschaft gedenkt Professor Jörg-Dietrich Hoppe

Mit einem Kammerkonzert von Franz Schubert, vorgetragen von Mitgliedern des World Doctors Orchestra, gedachte die nordrheinische Ärzteschaft ihres am 7. November 2011 verstorbenen Präsidenten Professor Dr. med. Dr. h.c. Jörg-Dietrich Hoppe.

von Bülent Erdogan-Griese

Am 7. November 2011 verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit im ­Alter von 71 Jahren der langjährige Präsident der Ärztekammer Nordrhein, der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe. Ihm zu Ehren und in Gedenken an sein berufspolitisches Wirken kamen am 7. November dieses Jahres im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf die ­Familie und 200 Ärztinnen und Ärzte zum ersten Jahrgedächtnis zusammen.

Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe

Professor Dr. med. Dr. h. c. Jörg-Dietrich
Hoppe * 24.10.1940 in Thorn (Weichsel)   
† 7.11.2011 in Köln Präsident der
Ärztekammer Nordrhein  von 1993 bis 2011
Präsident der Bundesärztekammer und des
Deutschen Ärztetages von 1999 bis 2011

Jörg-Dietrich Hoppe habe seit 1993 als Präsident der Ärztekammer Nordrhein und seit 1999 als Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages das deutsche Gesundheitswesen und das Bild der deutschen Ärzteschaft maßgeblich geprägt, sagte sein Nachfolger im Amt des Präsidenten der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke. „Und er hat aus seiner Leidenschaft für den Arztberuf heraus sich stets für die Einheit der Ärztinnen und Ärzte und für ein vertrauensvolles, individuelles Arzt-Patienten-Verhältnis eingesetzt“, sagte Henke im Großen Saal des Hauses der Ärzteschaft in Düsseldorf. Dass Menschen sich als Patienten einer Ärztin, ­einem Arzt oft komplett offenbaren, habe der 1940 in Thorn an der Weichsel geborene Hoppe immer als großen Vertrauensbeweis empfunden, sagte Henke. Hieraus ­habe er eine besondere, dem Arztberuf ganz eigene Verantwortung abgeleitet. „Neben dieser Passion für den Arztberuf war seine zweite große Leidenschaft die Musik“, erinnerte Henke an den Musiker in Hoppe, der selbst Geige spielte und ein Freund klassischer Musik war.

Über diese besondere musikalische Ader Hoppes wusste auch der zweite Redner des Abends, Professor Dr. Stefan Willich aus Berlin, zu berichten. Willich ist neben seiner Tätigkeit als Sozialmediziner auch Gründer und Dirigent des 2007 ins Leben gerufenen World Doctors Orchestra. Dieses zählt über den Globus verteilt 600 Mitglieder und gibt etwa zweimal jährlich weltweit Benefizkonzerte. Willich studierte neben Medizin auch Violine, Kammermusik und Dirigieren.
„Vor fünf Jahren erzählte ich Professor Hoppe von der Gründung des World Doctors Orchestra und bat ihn um Mitwirkung im Kuratorium“, schilderte Willich eine Begegnung der beiden aus dem Jahr 2007. „Sie können sich vorstellen, dass er begeistert war und am liebsten mitgespielt hätte“, sagte Willich. In der Person von Jörg Hoppe spiegele sich die „enge, ja ­leidenschaftliche Verbindung zwischen der Musik und der Medizin geradezu ­exemplarisch wider“.

Musik, so Willich, sei über Jahrhunderte gezielt als Therapeutikum eingesetzt worden, etwa im arabischen Raum. In den vergangenen 200 Jahren sei die Musiktherapie im Rahmen des Siegeszugs einer nunmehr vornehmlich naturwissenschaftlich ausgeprägten Medizin dann allerdings mehr und mehr in den Hintergrund gerückt. Seit einiger Zeit erlebe Musik als Therapieform eine „bemerkenswerte Renaissance“, so Willich.

Zu den Komponisten, deren Werke Jörg-Dietrich Hoppe am liebsten hörte, zählt Franz Schubert (1797-1828). Dessen Oktett in F-Dur, Op.166, D 803, Adagio-­Allegro; Andante un poco mosso; Scherzo (Allegro vivace)-Trio, dirigiert von Professor Willich und vorgetragen von acht Mitgliedern des World Doctors Orchestra, bildete den musikalischen Höhepunkt des Jahrgedächtnisses.

„Für die Medizin war es ein Glück, dass Jörg-Dietrich Hoppe, der ein begeisterter Musiker und ein vorzüglicher Geiger war, am Ende doch nicht Musik, sondern Medizin studiert hat“, sagte Professor Dr. Peter Matthiessen von der Universität Witten/Herdecke. Matthiessen ist, wie Hoppe, Mitbegründer des Dialogforums Pluralismus in der Medizin, das sich für einen fruchtbaren Austausch zwischen Schul- und Alternativmedizin einsetzt. Als oberster Repräsentant der deutschen Ärzteschaft sei Hoppe eben nicht zum „Funktionär“ geworden, sondern immer ein Mensch geblieben, der die Menschlichkeit in der Medizin hochgehalten habe, sagte Matthiessen. Jörg-Dietrich Hoppe habe sich in besonderer Weise für den Erhalt der Freiberuflichkeit, der Therapiefreiheit oder für die Aufarbeitung der Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus eingesetzt. Matthiessen: „Ihm ist es zu verdanken, dass die Bundesärztekammer während seiner Präsidentschaft zu einer anerkannten ethischen Instanz in unserem Land geworden ist.“

In Gedenken an Jörg-Dietrich Hoppe hat der Vorstand der Ärztekammer Nordrhein beschlossen, ab dem Wintersemester 2013 im Rahmen des Deutschlandstipendiums – zunächst über drei Jahre – 15 Medizinstudierende finanziell zu fördern.

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letzte Änderung am: 30.11.2012



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