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Schlaf- und Schreiprobleme im Säuglingsalter


FAQ

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Allgemein

Wann bezeichnet man ein Baby als "Schreibaby"?

Warum schreien manche Babys exzessiv?

Wenn die Belastung zu groß wird - frühzeitig Hilfe suchen!

Wo finde ich konkrete Hilfe?


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Allgemein

Schreien gehört zum normalen Verhaltensmuster eines Säuglings. Durch Schreien signalisiert das Baby, wenn es Hunger hat, müde ist, sich nicht wohl fühlt oder Zuwendung braucht. Wie häufig, ausdauernd und laut Babys schreien, ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Manche Babys tun sich allerdings schwer damit, ihren Rhythmus zwischen Schlafen und Wachsein zu finden, selbständig einzuschlafen oder sich selbst zu beruhigen. Sie schreien häufig ohne erkennbaren Grund und kommen nur mit elterlicher Hilfe zur Ruhe.

"Entwicklungsaufgaben" der ersten Monate(auf Kindergesundheit-Info.de, BZgA)

Ein lautstarkes Signal: Schreien(auf Kindergesundheit-Info.de, BZgA)

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Wann bezeichnet man ein Baby als "Schreibaby"?

Nach der so genannten "Dreierregel"  spricht man von exzessivem Schreien, wenn ein ansonsten gesunder Säugling ohne erkennbaren Grund

  • mehr als drei Stunden pro Tag,
  • an mindestens drei Tagen pro Woche,
  • über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen

schreit und kaum auf die Beruhigungsversuche der Eltern reagiert.

Je nach  Alter sind etwa 10-25 Prozent aller gesunden Säuglinge betroffen. Meist ist die Intensität und Häufigkeit der Schreiepisoden in den Abendstunden zwischen der zweiten Lebenswoche und dem Ende des dritten Monats am größten. Sie können darüber hinaus auch bis zum sechsten Lebensmonat anhalten.

Obwohl das exzessive Schreien in der Regel für das Kind harmlos ist, kann es eine starke Belastung für die Eltern darstellen. Die Verunsicherung und Ratlosigkeit der Eltern sowie der Schlafmangel führen oft zu Anspannung, Frustration, Verzweiflung oder auch Wut.

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Warum schreien manche Babys exzessiv?

Die Ursache für exzessives Schreien ist nicht geklärt. Wahrscheinlich spielt das Zusammenwirken  verschiedener Faktoren eine Rolle.

Manche Babys tun sich schwer damit, ihren Schlaf-Wach-Rhythmus zu finden, neigen zur Unruhe oder haben ein so genanntes schwieriges Temperament. Zudem leiden manche Babys in den ersten drei Monaten an Verdauungsproblemen mit geblähtem Bauch, weil das Verdauungssystem noch nicht ausgereift ist (so genannte Dreimonatskoliken). Zudem kann Übermüdung oder Überforderung durch zu viele Reize das Schreien fördern.

Auch Stress und Überlastung der Eltern, sei es unabhängig von der Geburt des Kindes oder als Folge der Belastung durch das häufige Schreien, können dazu führen, dass die "intuitive elterliche Kompetenz", das heißt die natürliche Fähigkeit, die Bedürfnisse des eigenen Babys zu erkennen und einfühlsam darauf einzugehen, gestört ist. Dadurch wird die Eltern-Kind-Beziehung belastet, das Baby angespannter und unruhiger, die Eltern noch frustrierter und erschöpfter. So kann sich ein "Teufelskreis" entwickeln.

Wenn Babys vermehrt schreien - Schreiprobleme(auf Kindergesundheit-Info.de, BZgA)

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Wenn die Belastung zu groß wird - frühzeitig Hilfe suchen!

Wenn das Schreien Ihres Babys zu einer anhaltenden und nervenaufreibenden Belastung wird, sollten Sie sich fachliche Beratung und Hilfe suchen. So kann vermieden werden, dass sich das Schreien und die Schlafstörung zu einem dauerhaften Problem entwickeln und in Folge sowohl die Eltern-Kind Beziehung als auch die weitere Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Sie können sich an Ihre Hebamme, Ihren Kinderarzt oder an eine spezielle Beratungsstelle, so genannte "Schreiambulanz" wenden, die es mittlerweile an vielen Orten gibt.

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Wo finde ich konkrete Hilfe?

Selbsthilfeinitiative Trostreich - Interaktives Netzwerk Schreibabys

Beratungsstellen-Suche für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V., Fachverband für Erziehungs-, Familien- und Jugendberatung)

Elterntelefon "Nummer gegen Kummer": 0800 / 1 11 05 50