Ausstellung beleuchtet Leben jüdischer Frauen in der Medizin während der NS-Zeit

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Foto: Veronika Mauer


Düsseldorf, 3.11.2015. Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf hat eine Sonderausstellung mit dem Titel „Helfen und Heilen. Jüdische Düsseldorfer Frauen 1933-1945“ im Rahmen des Projekts „Gesundheit in der Stadt“ eröffnet. Bis Ende Januar 2016 erinnert die Ausstellung an das Leben neun jüdischer Ärztinnen und Krankenschwestern aus Düsseldorf während der Zeit des Nationalsozialismus. Wie ihre männlichen Kollegen wurden sie aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln von den Nazis verfolgt. Zudem entsprachen sie als berufstätige Frau nicht dem nationalsozialistischen Frauenbild, das Frauen als Hausfrau und Mutter, nicht aber als Ärztin oder Wissenschaftlerin verstand. Die Ausstellung beleuchtet ihre Ausbildung, schrittweise Ausgrenzung und Entrechtung, Verfolgung oder Emigration. Bei den Medizinerinnen könne man teilweise von „ausgegrenzten Pionierinnen“ ihrer Zeit sprechen, sagte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein. Zusammen mit dem Bundesverband Jüdischer Mediziner in Deutschland ist die Ärztekammer Nordrhein Kooperationspartner der Ausstellung. Es sei wichtig, die Geschichten der Ärztinnen und Ärzte, die Opfer des nationalsozialistischen Regimes wurden, zu erzählen, sagte er. Die Ärzteschaft bemühe sich seit längerem darum, ihre Rolle während der NS-Diktatur aufzuarbeiten. „Die Bundesärztekammer und der israelische Ärzteverband haben erst kürzlich die Aufarbeitung der Gräueltaten der Ärzteschaft in der NS-Zeit und die Lehre aus der Vergangenheit als ihr gemeinsames Anliegen formuliert“, sagte Henke.
Im März 2016 wird die Sonderausstellung im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf-Golzheim zu sehen sein.

Die Ausstellung „Helfen und Heilen. Jüdische Düsseldorfer Frauen 1933-1945“ finden Sie im historischen Luftschutzkeller der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29 in Düsseldorf vom  3. November 2015 bis 27. Januar 2016. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr und Samstag von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/duesseldorf

jf


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