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Ausstellung erinnert an Schicksale jüdischer Ärztinnen und Ärzte

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Die Ausstellung "Fegt alle hinweg" wurde anlässlich der Kammerversammlung am 10. März 2018 eröffnet. Foto: Jochen Rolfes

Die Ärztekammer Nordrhein bemühe sich immer wieder, Zeichen gegen das Vergessen der Schicksale von Jüdinnen und Jüden während des zweiten Weltkrieges zu setzen. Mit diesen Worten eröffnete Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, die Ausstellung "Fegt alle hinweg...", die anlässlich der Kammerversammlung am 10. März 2018 eröffnet wurde und noch vier Wochen im Haus der Ärzteschaft zu sehen ist.

Die Ausstellung portraitiert auf 26 Rollup-Bannern die Schicksale einzelner Ärztinnen und Ärzte als jüdische Deutsche unter der nationalsozialistischen Verdrängungs-, Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik anhand persönlicher Briefe, Fotos und Erinnerungen sowie offizieller Dokumente. Mit der „Vierten Verordnung zum Reichsbürgergesetz“ verloren 1938 tausende jüdische Ärztinnen und Ärzte ihre Approbation. Nach dem Verlust der Kassenzulassung, erzwungenen Praxisaufgaben und Entlassungen aus dem öffentlichen Dienst bedeutete dies für die 1938 noch in Deutschland verbliebenen jüdischen Mediziner die endgültige Zerstörung ihrer beruflichen Existenz. Schon vor 1938 wurden jüdische Ärztinnen und Ärzte systematisch aus den medizinischen Berufen herausgedrängt. Für die Approbation, die Facharztprüfung oder den Doktortitel brauchte es einen "Ariernachweis". Praxen jüdischer Ärztinnen und Ärzte wurden boykottiert und jüdisch-gläubigen Medizinern die Behandlung nicht-jüdischer Patienten untersagt.  

Die Zahl der NSDAP-Mitglieder unter Ärztinnen und Ärzten habe seinerzeit bei 45 Prozent gelegen, sagte Henke und erinnerte daran, dass sich entgegen ihrem Heilauftrag auch Ärztinnen und Ärzte durch Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht haben. Führende Repräsentanten der verfassten Ärzteschaft hättem diese sogar initiiert.  

jf

Impressum:
Idee, Recherche und Konzept: Dr. Hansjörg Ebell und Ursula Ebell, Gestaltung: Tobias Wittenborn, Kuratorin: Ursula Ebell, Schirmherrschaft: Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München und Oberbayern

 


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