Vorlesen
Ethische Grenzsituationen

Sinnvolle Entscheidungen im Umgang mit schwerstkranken Patienten

Veranstaltung Update Ethik
Rudolf Henke (3.v.r.), Präsident der Ärztekammer Nordrhein und Vorsitzender des Gründungsausschusses des Komitees zur medizinethischen Beratung, beleuchtete gemeinsam mit den Mitgliedern des Gründungsausschusses die grundlegenden Prinzipien der medizinethischen Beratung. © Vassiliki Latrovali

Düsseldorf, 28.02.2020. Ärztinnen und Ärzte aus Klinik und Praxis stehen alltäglich vor schwerwiegenden Entscheidungen, die über Leben und Tod ihrer Patientinnen und Patienten entscheiden können. Künftig soll sie das Komitee zur medizinethischen Beratung der Ärztekammer Nordrhein in medizinischen Grenzsituationen unterstützen. Auf dem Kammersymposium "Update Ethik - Therapiebegrenzung versus Therapieverzicht" am 26. Februar im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf sprachen die Mitglieder des Gründungsauschusses über grundlegende Prinzipien der medizinethischen Beratung. "Je mehr Möglichkeiten die Medizin bietet, desto öfter werden wir im täglichen Handeln mit ethischen Entscheidungsfragen konfrontiert. Wir als Ärztekammer wollen unsere Kammermitglieder in diesen komplexen Situationen nicht alleine lassen, sondern ihnen bei medizinethischen Fragestellungen helfen, Orientierung bieten und versuchen, gemeinsam  zu guten Entscheidungen zu kommen“, sagte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und Vorsitzender des Gründungsausschusses des Komitees bei der Veranstaltung. 

Universitätsprofessor Dr. Dr. dent. Dr. phil. Dominik Groß, Leiter des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen und Vorsitzender des Klinischen Ethik-Komitees des Universitätsklikums Aachen riet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Patientenverfügung nicht ausschließlich als ein Dokument für betagte Personen zu betrachten."Ich bekunde mit der Patientenverfügung nicht nur meine Wünsche in Bezug auf medizinische Behandlung und Pflege bei schwerster oder aussichtsloser Erkrankung in der letzten Lebensphase", so Groß. In einer Patientenverfügung könne auch alles medizinisch Machbare eingefordert werden, dass das Leben verlängere. "Urteile des Bundesgerichtshofs zeigen, dass eine Patientenverfügung nur dann ausreichend bestimmt ist, wenn sich feststellen lässt, in welcher Behandlungssituation welche ärztliche Maßnahmen durchgeführt oder unterlassen werden sollen“, sagte Dr. Stefan Meier, DEAA, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Er rät Ärztinnen und Ärzten, sich bei problematischen Fragestellungen zum Patientenwillen im ersten Schritt an den Empfehlungen der Bundesärztekammer zu orientieren.

Einen ausführlichen Artikel zu der Veranstaltung lesen Sie in der kommenden Ausgabe des Rheinischen Ärzteblattes.

vl

 

 


Kontakt zur Pressestelle

Pressesprecher: Horst Schumacher
0211 / 4302 2010

stellv. Pressesprecherin: Sabine Schindler-Marlow
0211 / 4302 2030

pressestelle(at)aekno.de