Statement

Zur Diskussion über strengere Regeln für Schönheitsoperationen

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Rudolf Henke © Jochen Rolfes

Düsseldorf, 29. Juli 2019. Anlässlich der Debatte zu strengeren Regulierungen im Bereich der Schönheitschirurgie erklärt Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein:

„Wir begrüßen die von einer Reihe plastisch-ästhetischer Chirurgen ausgelöste Debatte über Neuregelungen in diesem Bereich. Die Ärztekammer Nordrhein wird sich gerne an Überlegungen zu Gesetzesänderungen sowohl auf  Landes- als auch auf Bundesebene beteiligen und Vorschläge für mögliche neue Regulierungen zur Diskussion stellen.

Allerdings glaube ich nicht, dass diese Schritte alleine reichen. Denn mit Sorge nehmen wir wahr, wie „sogenannte“ Schönheitsoperationen in den sozialen Medien beworben und häufig sogar mit Rabatten verbunden werden. Da werden Operationen live auf Plattformen gestellt und der Eindruck erweckt, dass es sich dabei um etwas ähnlich Risikoloses handelt wie um einen Haarschnitt. Dem ist aber nicht so. Ein Teil dieser Eingriffe ist ziemlich riskant, und natürlich gibt es auch keinerlei Garantie für ein erwünschtes Ergebnis. Aus diesem Grund ist es ein wichtiges Ziel, die Reklame für medizinisch nicht indizierte Eingriffe so weit als möglich zu beschränken. Flatrates oder andere Rabatte auf ästhetische Behandlungen und Operationen sind sicher falsche Signale vor allem für junge Menschen.

Schließlich wünsche ich mir im Sinne des Jugendschutzes, rein ästhetisch motivierte und nicht indizierte Operationen und ästhetische Behandlungen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren zwingend an eine vorherige psychologische Aufklärung zu binden. Die meisten seriösen Fachärztinnen und Fachärzte für ästhetische und plastische Chirurgie lehnen schon heute Operationen und Behandlungen unter 18 Jahren ab. Aber verboten sind sie nicht und in den sozialen Medien sind genug Selfies zu finden, auf denen junge Frauen unter 18 Jahren beispielsweise mit aufgespritzten Lippen zu sehen sind. Operationen sind die falsche Antwort auf die Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen während der Pubertät.“


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