Fortbildung für Notärztinnen und Notärzte im Rettungsdienst gemäß § 5 Abs. 4 Satz 2 RettG NRW

Der Einsatz von Ärztinnen und Ärzten im Rettungsdienst setzt zusätzlich zum Nachweis der Grundqualifikation gemäß § 4 Abs. 3 Rettungsgesetz (RettG) NRW voraus, dass diese auch regelmäßig an entsprechenden Fortbildungen teilnehmen, die durch eine Ärztekammer geprüft und im Rahmen der Zertifizierung der ärztlichen Fortbildung anerkannt wurden und den nachstehend beschriebenen Anforderungen genügen. Die grundsätzliche Fortbildungsverpflichtung aus der Berufsordnung bleibt davon unberührt.

§ 4 Abs. 3 RettG NRW

§ 5 Abs. 4 RettG NRW

Die Inhalte dieser Fortbildungen haben sich an den Inhalten des Curriculums in der jeweils aktuellen Version des (Muster)-Kursbuchs Notfallmedizin der Bundesärztekammer zu orientieren.

 (Muster)-Kursbuchs Notfallmedizin der Bundesärztekammer

Diese umfassen:

Grundlagen und Basisversorgung
  • Organisation und Rechtsgrundlagen des Rettungsdienstes
  • Medikolegale Aspekte im Rettungsdienst (inklusve Todesfeststellung / Leichenschau)
  • Qualitätsmanagement und Dokumentation
  • Besonderheiten der Luftrettung
  • Teamführung, Kommunikation, Crew Resource Management (CRM)
  • Erstversorgung unter erschwerten Bedingungen
  • Fahrzeuge im Rettungsdienst
  • Ausrüstung der Fahrzeuge im Rettungsdienst
  • Zuweisungsstrategie
  • Zugangswege
Reanimation, internistische Notfälle
  • Reanimation (BLS und ALS)
  • Praktikum Reanimation I (BLS)
  • Notfälle bei Palliativpatienten
  • Ende der Reanimation
  • Kardiale Notfälle
  • EKG-Praktikum
  • Respiratorische Notfälle
  • Gastrointestinale Notfälle (inklusve akutem Abdomen)
  • Stoffwechselstörungen (inklusve Diabetes mellitus, Dialysepatient)
  • Versorgung geriatrischer Patienten
  • Leitsymptom: Atemnot, thorakaler Schmerz
  • Internistische Notfälle / Reanimation
Sonstige Notfälle
  • Intoxikationen und Drogennotfälle
  • Neurologische Notfälle
  • Psychiatrische Notfälle (inklusive Unterbringung / PsychKG)
  • Psychosoziale Notfälle, Krisenintervention
  • Leitsymptom: Bewusstseinsstörungen
Tramatologie
  • Schädel-Hirn- und Wirbelsäulentrauma
  • Abdominal- und Thoraxtrauma
  • Extremitäten- und Beckentrauma
  • Polytrauma (inklusive Einsatztaktik)
  • Leitsymptom: Schock
  • Megacode / Simulation Traumaversorgung
  • Thermische Schädigungen, Stromunfall / Blitzunfall
  • Ertrinken und Tauchunfall
  • Analgesie, Sedierung und Narkose
Sonstige Notfälle II, Airway- Management
  • Seltene Notfälle aus den Bereichen der HNO- / MKG- / Augen-Heilkunde / Urologie
  • Geburt im Rettungsdienst
  • Notfälle in der Pädiatrie (inklusive Erstversorgung des Neugeborenen)
  • Airway-Management und Grundzüge der Beatmung
Einsatztaktik
  • Koordination der medizinischen mit der technischen Rettung
  • Einsatztaktik bei Massenanfall Verletzter / akut Erkrankter
  • Demonstration technischer Rettungsmöglichkeiten
  • „Großschadenslage“ inklusive Auswertung

Der Umfang dieser Fortbildungen ist - unabhängig vom Facharztstatus - für Notärztinnen und Notärzte mit mindestens 20 Fortbildungspunkte in zwei Jahren nachzuweisen, in dieser Zeit müssen sie als Notärztin oder Notarzt im Rettungsdienst tätig sein.

Den Nachweis von 20 Fortbildungspunkten in zwei Jahren haben Notärzte und Notärztinnen gegenüber der Ärztlichen Leitung Rettungsdienst des Trägers, in dessen Rettungsdienst sie als Notarzt oder Notärztin eingesetzt werden, zu erbringen.

Ärztinnen und Ärzte, die vor dem 1. April 2018 im Rettungsdienst tätig waren, haben ihre ersten 20 Fortbildungspunkte bis zum 31. März 2020 dem zuständigen Ärztlichen Leiter Rettungsdienst nachzuweisen.

Für alle übrigen Ärztinnen und Ärzte beginnt der zweijährige Nachweiszeitraum mit Beginn der Tätigkeit im jeweiligen Rettungsdienst.

Diese Ausführungsbestimmung tritt am 4. April 2018 in Kraft.

ÄkNo


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