Henke: Gesundheitsvorsorge ist integraler Bestandteil ärztlicher Arbeit

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Bei der Eröffnungsveranstaltung zum Deutschen Ärztetag in der Düsseldorfer Tonhalle: Gastgeber Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein (2.v r), mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (2.v.l), dem Präsidenten der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery (rechts) und Dr. Andreas Gassen, dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (links). Foto: JochenRolfes.de

Düsseldorf, 29.5.2014. Der 117. Deutsche Ärztetag hat die Bundesregierung aufgefordert, die Stellung des Arztes in der Prävention zu stärken. „Ärzte sind für ihre Patienten wichtige Ansprechpartner nicht nur in Krankheits-, sondern auch in Gesundheitsfragen, sie können alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen gut erreichen und ihre Beratung ist nachhaltig wirksam“, begründete das Ärzteparlament seine Forderung.

„Gesundheitsvorsorge ist ein integraler Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit. Deshalb muss im Präventionsgesetz auch die Prävention durch den Arzt gestärkt werden“, sagte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke. Er hielt beim Ärztetag als Vorsitzender der Präventionsgremien der Bundesärztekammer ein Grundsatzreferat zu dem Thema. Um gesundheitsschädlichen Entwicklungen frühzeitig entgegensteuern zu können und um das Gesundheitsbewusstsein junger Menschen zu stärken, sollten die Untersuchungslücken zwischen dem 6. und 12. sowie dem 15. und 18. Lebensjahr geschlossen werden. Weitere Forderungen sind die kontinuierliche Evaluation der Maßnahmen, um sie besser bevölkerungsmedizinisch nutzen und weiterentwickeln zu können, sowie die Stärkung der Betriebsärzte und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes für die Prävention.

Neben der Förderung der Verhaltensprävention und einer besseren Verzahnung der Präventionsmaßnahmen sprach sich die Ärzteschaft für den Ausbau der Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus. Außerdem solle eine ärztliche Beratung im Hinblick auf Risiko- und Belastungsfaktoren zum festen Bestandteil der Untersuchungen werden. Zu einer solchen Beratung gehörten auch Informationen über frühe Hilfen und die Vermittlung in Unterstützungsangebote.

Die Delegierten regten an, das schon im letzten Gesetzesentwurf enthaltene Konzept für eine ärztliche Präventionsempfehlung wieder aufzugreifen und zu einer freiwilligen Präventionsvereinbarung auszubauen. Der Ärztetag verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits vorhandenen Erfahrungen mit dem „Rezept für Bewegung“.

„Der Arzt kann für den Patienten die Rolle des Präventionslotsen übernehmen. Dafür müssen dann aber auch die Rahmenbedingungen stimmen“, gibt Dr. Max Kaplan, BÄK-Vizepräsident und Vorsitzender der Deutschen Akademie für Allgemeinmedizin, zu bedenken. Bisher gibt es weder eine eigene Abrechnungsziffer für die präventive Beratung, noch geeignete Anreizsysteme und Instrumente, um die Prävention in die Praxisabläufe zu integrieren.

Der Ärztetag sprach sich dafür aus, dass die Prävention in den Approbations- und Weiterbildungsprogrammen einen größeren Stellenwert erhalte und in Prüfungen stärkere Berücksichtigung finde. Es seien Instrumente für die Praxis zu implementieren, die Ärztinnen und Ärzte die Erfassung gesundheitlicher Risiken und die Erschließung von Ressourcen zur Stärkung der Gesundheit und Bewältigung von Belastungen erleichtern. Mit Hilfe strukturierter Präventionsprogramme könnten Ärzte besonders belastete Patienten intensiver begleiten, beraten und schulen. BÄK/ÄkNo


Das Grundsatzreferat von Rudolf Henke zum Thema Prävention finden Sie im Wortlaut hier.


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