Henke: "Wer Qualität in der Medizin will, braucht vor allem Menschen, die gute Medizin machen"

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Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, bei derEröffnung des 117. Deutschen Ärztetages in DüsseldorfFoto: Jochen Rolfes

Düsseldorf, 27.5.2014. Das vom Gesetzgeber geplante Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen ist dann sinnvoll, wenn es die Ärztinnen und Ärzte aktiv dabei unterstützt, bessere Qualität zu erzeugen. Das sagte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, am Dienstag (27. Mai) bei der Eröffnung des 117. Deutschen Ärztetages in Düsseldorf. Der rheinische Kammerpräsident warnte allerdings vor einer "neuen Behörde im Gewand eines Qualitätsinstituts, die Qualitätsdaten lediglich verwaltet. Das wäre ein Verbrennen von Zeit, Energie und gutem Willen."

Nach Henkes Worten ist Qualität nicht in erster Linie eine Frage von Messungen und Kontrollen, sondern: "Wer Qualität in der Medizin will, braucht vor allem Menschen, die gute Medizin machen. Wir brauchen die hervorragend qualifizierten und hoch engagierten Ärztinnen und Ärzte und auch Pflegerinnen und Pfleger, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und die Angehörigen der anderen Gesundheitsberufe. Wir brauchen genug von ihnen und müssen ihnen genügend Zeit geben.

Wir brauchen das Wissen, die Erfahrung, die Einsatz­bereit­schaft von Menschen, die im Gesundheitswesen Tag für Tag für die Patienten da sind. Wir brauchen das Extra-Quentchen Auf­merksamkeit, wir brauchen die Zeit für das zusätzliche Ge­spräch, für die Sorgfalt, die über das 'Schema F' hinaus­geht. Wo die Zeit dafür schwindet, dort verdunstet Qualität, selbst, wenn man bestimmte Aspekte der Qualität immer noch messen kann. Denn in der Medizin hängt gute Qualität oft entscheidend von dem ab, was man nicht messen kann."

Das Grußwort von Rudolf Henke bei der Eröffnungsveranstaltung des 117. Deutschen Ärztetages findet sich hier im Wortlaut.

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Der Deutsche Ärztetag

Der Deutsche Ärztetag ist die Hauptversammlung der Bundesärztekammer, das "Parlament der Ärzteschaft", und findet einmal jährlich an wechselnden Orten statt. Die 17 deutschen Ärztekammern entsenden insgesamt 250 Delegierte zum Deutschen Ärztetag.

Zu den Aufgaben des Deutschen Ärztetages gehört es, länderübergreifende Regelungen zum Berufsrecht (z. B. die Muster-Berufsordnung und die Muster-Weiterbildungsordnung) zu erarbeiten und zu verabschieden sowie die Positionen der Ärzteschaft zu aktuellen gesundheits- und sozialpolitischen Diskussionen der Gesellschaft zu artikulieren und sie der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Der Deutsche Ärztetag tagt seit 1873 in der Regel jährlich (außer 1912, 1915-17, 1920, 1922/23 und 1932-47). Überdies fanden in der Nachkriegsgeschichte aus besonderem Anlass insgesamt fünf Außerordentliche Deutsche Ärztetage statt. Präsident des Deutschen Ärztetages und damit Sitzungsleiter ist seit 2011 Prof.Dr. Frank Ulrich Montgomery, zugleich Präsident der Bundesärztekammer.

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