Vorlesen
Jörg-Dietrich-Hoppe-Vorlesung 2019

Mehr Planung statt Panik bei globalen gesundheitlichen Notfällen

Rudolf Henke, As Sy Elhadj
Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke (l.), begrüßte den Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Elhadj As Sy, im Haus der Ärzteschaft. © Jochen Rolfes

Düsseldorf, 6.11.2019. Bei der siebten "Jörg-Dietrich-Hoppe-Vorlesung" der Ärztekammer Nordrhein sprach Elhadj As Sy, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), vor rund 200 Gästen im Haus der Ärzteschaft über grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren, die in engem Zusammenhang mit Migration, Sicherheit, Umwelt- und Klimaschutz sowie humanitärer Hilfe stehen.

Der Klimawandel, die unzureichende Epidemie- und Pandemie-Vorsorge und die psychische Gesundheit bergen, laut As Sy, derzeit die größten globalen Gefahren für die Gesundheit und das Wohl von einzelnen Menschen und von Gemeinschaften auf der ganzen Welt. Um diese Gefahren zu mindern, bedürfe es mehr Zusammenarbeit zwischen den Nationen, den Hilfsorganisationen und den Gesundheitssystemen sowie die verlässliche Bereitstellung finanzieller Mittel. Es dürfe nicht sein, dass weltweit Regierungen auf einen gesundheitlichen Notfall mit Panik reagierten und sich danach nicht auf den nächsten Ausbruch oder dessen Vermeidung vorbereiteten. Der stärkere Aufbau von Frühwarnsystemen, Antizipation von Katastrophen, Planung und Koordination von Forschung seien effizienter und kostengünstiger als blinder Aktionismus im Notfall.

As Sy forderte daher, weltweit mehr Anstrengungen zu unternehmen, Gesundheitssysteme zu festigen, die Fähigkeit zur Reaktion auf Gesundheitsnotstände zu verbessern und die Verbreitung von Ausbrüchen zu verhindern. As Sy machte in seiner Rede eine enge Verbindung seiner Organisation mit den Ärztekammern aus. So würden beide Organisationen Menschen zusammenbringen und deren Engagement und Wissen zum Wohle der Menschen zu nutzen.

Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, dankte As Sy dafür, dass er es mit seinem Vortrag verstanden habe, ganz im Sinne des Lebenswerkes von Jörg-Dietrich Hoppe, die globalen gesundheitlichen Herausforderungen aus dem  Blickwinkel der Hilfebedürftigsten darzustellen. Auch Prof. Hoppe habe sich als Mitglied des Weltärztebundes für das Thema Globale Gesundheit und die Zusammenarbeit der ärztlichen Organisationen und Hilfsorganisationen eingesetzt.
Der im November 2011 verstorbene Präsident der Ärztekammer Nordrhein und langjährige Präsident der Bundesärztekammer, Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, stand für eine feste ethische Fundierung des Arztberufs. Zum Gedenken an seine Person und in Fortführung seines Werks bietet die Ärztekammer Nordrhein mit der „Jörg-Dietrich-Hoppe-Vorlesung“ ein Forum zur Diskussion über grundlegende ethische Fragen, die sich in Arztberuf und Gesellschaft stellen.

Eine ausführliche Berichterstattung über die Veranstaltung lesen Sie in der kommenden Ausgabe des Rheinischen Ärzteblatts.

sas

 


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