Vorlesen
Pressemitteilung

Psychotherapeutische Versorgung stärken

Logo der Ärztekammer Nordrhein
Psyche und Soma sind untrennbar verbunden – Patienten müssen wissen, wer sie mit welcher Qualifikation behandelt.

Düsseldorf, 23.3.2019. In Deutschland leidet mehr als jeder vierte Erwachsene im Zeitraum eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Psychische Erkrankungen sind nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten. Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein hat am Samstag, 23. März 2019 den Gesetzgeber, die Kostenträger und die Institutionen des Gesundheitswesens aufgefordert, sich für weitere Verbesserungen in der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge psychischer Erkrankungen einzusetzen. Dazu gehöre auch eine Stärkung der personellen und finanziellen Ressourcen ebenso wie die konsequente Förderung der Zusammenarbeit der Versorgungssektoren.

Grundlage aller Überlegungen zur Weiterentwicklung der Versorgung müsse auch weiterhin das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell sein. So wenden sich die nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte entschieden gegen jeden Versuch, die Versorgung in ein Modell für somatische Erkrankungen und eines für psychische Erkrankungen aufzuspalten. Hintergrund sind die mit dem Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz und einem darin vorgesehenen neuen Ausbildungsweg aufgeworfenen Debatten.

Darüber hinaus fordern die Delegierten in einer Resolution, dass die Bezeichnung „Psychotherapeut/in“ auch in Zukunft nur erworben werden darf, wenn eine durch die Weiterbildung erworbene Qualifikation in einem spezifischen, wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren vorliegt: „Für die Absolventen des neu geplanten Studiengangs ohne abgeschlossene Weiterbildung ist deswegen eine andere Bezeichnung zu wählen.“ Patienten müssten sich auch in Zukunft darauf verlassen können, dass Psychotherapie evidenzbasiert und auf aktuellem wissenschaftlichen Stand erfolgt. Keinesfalls dürfe es dazu kommen, dass es infolge des Studiums und der Weiterbildung nicht-ärztlicher Psychotherapeuten zu Engpässen in der ärztlichen psychotherapeutischen Weiterbildung kommt.


Entschließungen der 11. Kammerversammlung zu diesem Thema

ÄkNo

11. Kammerversammlung am 23. März 2019 - Pressemitteilungen und Entschließungen im Wortlaut

Ihre Ansprechpartner für Rückfragen

Horst Schumacher, Pressesprecher 0172 / 2120724

Sabine Schindler-Marlow, stv. Pressesprecherin 0173 / 5153591


Kontakt zur Pressestelle

Pressesprecher: Horst Schumacher
0211 / 4302 2010

stellv. Pressesprecherin: Sabine Schindler-Marlow
0211 / 4302 2030

pressestelle(at)aekno.de