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2
Punkte
Patientin mit Herzrhythmusstörungen
Diagnostischen und therapeutische Überlegungen - Folge 89 der Reihe Zertifizierte Kasuistik
1.
Wie lautet Ihre Diagnose?
akuter Myokardinfarkt
Vorhofflimmern mit variabler Überleitung
subakute Lungenembolie
AV-Knoten Reentrytachykardie
Eine Diagnose lässt sich aus der EKG-Aufzeichnung nicht herleiten.
2.
Welche Aussage zu den Auswirkungen und Folgen von Vorhofflimmern ist korrekt?
Die Prävalenz von Vorhofflimmern nimmt durch eine verbesserte Gesundheitsversorgung immer mehr ab.
Symptome wie Leistungsminderung, Schwäche und Dyspnoe sind stets vorhanden.
Ungünstige Folgen können wiederkehrende Krankenhausaufenthalte, Herzinsuffizienz und ischämische Schlaganfälle sein.
Die Kosten für das Gesundheitswesen sind zu vernachlässigen
Die Mortalität ist statistisch nicht erhöht.
3.
Welche apparative Untersuchung wird bei Patienten mit Vorhofflimmern neben 12-Kanal-EKG und Labordiagnostik in den Leitlinien empfohlen?
Myokardszintigraphie
Kardio-CT
implantierbarer Loop-Recorder
transthorakale Echokardiographie
Spiroergometrie
4.
Die optimale Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern (AF-CARE) umfasst
Komorbiditäten- und Risikofaktorenmanagement.
die Vermeidung von Schlaganfällen und Thromboembolien.
eine Verringerung der Symptome durch Kontrolle von Frequenz und Rhythmus.
Evaluation und dynamische Neubewertung.
Alle Aussagen sind korrekt.
5.
Hinsichtlich des Komorbiditäten- und Risikofaktorenmanagements gilt:
Die arterielle Hypertonie gehört nicht zu den Risikofaktoren des Vorhofflimmerns.
Eine strenge Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist nur erforderlich, wenn es zu regelmäßigen hyperglykämen Entgleisungen kommt.
SGLT2-Hemmer sind zur Behandlung der Herzinsuffizienz kontraindiziert.
Der Alkoholkonsum sollte auf drei oder weniger Getränke pro Woche reduziert werden.
Die bariatrische Chirurgie ist bei einer Adipositas mit einem BMI ab 35 kg/qm das Mittel der Wahl (Klasse I).
6.
Welche Aussage zur Vermeidung von Schlaganfällen und Thromboembolien ist falsch?
Eine orale Antikoagulation (OAK) soll begonnen werden, wenn der CHADS-VA-Score 2 oder mehr beträgt.
Das zeitliche Muster des Vorhofflimmerns (paroxysmal, persistierend oder permanent) ist nicht relevant.
Es ist ein DOAK zu verwenden, außer bei mechanischer Klappe oder Mitralstenose.
Eine vorbestehende Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten kann beibehalten werden, wenn > 70 Prozent der INR-Werte im Zielbereich liegen (Klasse IIa).
Blutungsscores (z.B. HAS-BLED) sind zu verwenden, um eine Antikoagulation gegebenenfalls vorzuenthalten (Klasse I).
7.
Welche Aussage hinsichtlich der elektrischen Kardioversion ist falsch?
Bei hämodynamischer Instabilität ist eine umgehende elektrische Kardioversion durchzuführen.
Bei hämodynamisch stabilen Patienten soll initial eine Frequenz-Kontrolle, etwa mit einem Betablocker und/oder Digoxin, durchgeführt werden.
Bei permanentem Vorhofflimmern ist eine elektrische Kardioversion nicht vorgesehen.
Sotalol gilt aufgrund der unbedenklichen Nebenwirkungsrate als das Mittel der Wahl für eine medikamentöse Kardioversion.
Eine frühzeitige Kardioversion ohne geeignete Antikoagulation oder transösophageale Echokardiographie wird nicht empfohlen, wenn die Dauer des Vorhofflimmerns mehr als 24 Stunden beträgt.
8.
Was gilt hinsichtlich der Langzeittherapie mit Antiarrhythmika?
Klasse Ic-Antiarrhythmika (Flecainid oder Propafenon) dürfen bei Patienten mit eingeschränkter linksventrikulärer systolischer Funktion, schwerer linksventrikulärer Hypertrophie oder koronarer Herzkrankheit nicht gegeben werden.
Amiodaron weist ein günstiges Nebenwirkungsprofil auf, ist jedoch weniger effektiv als Klasse Ic-Antiarrhythmika.
Dronedaron gilt als das effektivste Antiarrhythmikum, das Nebenwirkungsprofil ist jedoch im Vergleich zu Amiodaron ungünstig.
Sobald ein effektiver Wirkspiegel aufgebaut ist, können Antiarrhythmika in der Regel wieder abgesetzt werden.
Die pharmakologischen Eigenschaften von Antiarrhythmika erlauben es, diese Medikamente auch bei fortgeschrittenen Erregungsleitungsstörungen einzusetzen.
9.
Welche Aussage trifft zu? Die Katheterablation (kathetergestützte Pulmonalvenenisolation)
zeigt in allen durchgeführten Studien einen Mortalitätsvorteil gegenüber einer medikamentösen Therapie.
kommt als Erstlinientherapie nur bei Patienten mit persistierendem Vorhofflimmern in Betracht.
hat den Vorteil, dass die Patienten eine OAK unmittelbar nach dem Eingriff absetzen können.
ist bei Patienten mit Herzinsuffizienz besonders empfehlenswert, da hier ein Mortalitätsvorteil in Studien gezeigt werden konnte.
wird als Wiederholungseingriff nach bereits im Vorfeld durchgeführter erster Pulmonalvenenisolation nicht empfohlen.
10.
Hinsichtlich der technischen Aspekte einer Pulmonalvenenisolation ist folgende Antwort falsch:
Sogenannte Single-Shot-Devices (Kryo und Pulsed Field Ablation) eignen sich besonders zur erstmaligen Durchführung einer Pulmonalvenenisolation.
Bei der Pulsed Field Ablation kommt mit der Elektroporation ein nicht-thermisches Energieverfahren zur Anwendung.
Die Pulsed Field Ablation scheint nach bisheriger Studienlage ein besonders sicheres Therapieverfahren zu sein.
Das Konzept des 3D-Mappings in Kombination mit der Ablation durch Radiofrequenzenergie ist obsolet und findet keine Anwendung mehr.
Bei Vorhofflimmer-Patienten, die sich einer Mitralklappen-Operation unterziehen, soll die gleichzeitige chirurgische Ablation erwogen werden.
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