Mail aus Bonn

25.06.2019 Seite 10
RAE Ausgabe 7/2019

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 7/2019

Seite 10

Marie Noëlle Engels © privat

Für einen Monat war ich als Famulantin auf der Neuropädiatrie des Great Ormond Street Hospitals (GOSH) in London zu Gast. Das GOSH ist das erste und größte Kinderkrankenhaus Großbritanniens und über die Grenzen der Insel hinaus dafür bekannt, von Autor Sir James Matthew Barrie mit den Rechten an „Peter Pan“ bedacht worden zu sein. Charles Dickens bewarb das Krankenhaus in Artikeln, Lady Diana stand ihm bis zu ihrem Tod als Aufsichtsratsvorsitzende vor, und Premier James Callaghan ließ seine Asche im Blumenbeet am Eingang verstreuen.

Das Krankenhaus hat sich auf seltene Erkrankungen spezialisiert und wird in seiner Arbeit durch Stiftungen auf der ganzen Welt unterstützt. Es umgibt ein Prestige, das bis heute anhält und geschickt für Marketing eingesetzt wird. Das GOSH liegt im zentralen Londoner Stadtteil Bloomsbury, gekennzeichnet durch eine große, regenbogenfarbene Fahne. Am Haupteingang begrüßt mich aus besagtem Blumenbeet heraus eine Peter-Pan-Statue, bevor man durch bunt bedruckte Glastüren die Eingangshalle betritt. Im Eingangsbereich fällt der Blick zuerst auf eine große Videoleinwand, auf der Kurzfilme zum GOSH abgespielt werden. Als nächstes fällt eine Gruppe freundlich lächelnder Menschen in gelben T-Shirts auf. Diese freiwilligen Helfer sind allein dazu da, um Eltern und Kinder zu einer der vielen Stationen zu begleiten. Diese Stationen wiederum tragen einprägsame Namen wie „Manta Ray“ „Starfish“ oder „Squirrel“. Ein Mal traf ich hier auch auf ein Kamera-Team bei der Arbeit an einer Reportage für einen nationalen Fernsehsender. Der Spielplatz des Krankenhauses wurde, unterstützt von Walt Disney, als Unterwasserlandschaft nach Vorbild Ariels geschaffen.

Der Geschenkshop entpuppt sich als Merchandise, in dem Kleidung und Schreibartikel mit GOSH-Logo erworben werden können. Anfangs war ich von dieser Erscheinung etwas eingeschüchtert. Doch so beeindruckend sich das GOSH präsentiert, so ähnlich war am Ende das medizinische Arbeiten. Mehr Farbe würde auch dem einen oder anderen deutschen Krankenhaus gut stehen.
Wie erlebt Ihr das Studium der Humanmedizin? Schreibt mir an medizinstudium(at)aekno.de.