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Bundeswehr

Sanitätsdienst droht Verlust der Eigenständigkeit

13.03.2024 Seite 6
RAE Ausgabe 4/2024

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 4/2024

Seite 6

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr sollte auch in Zukunft unter ärztlicher Leitung stehen. Dafür setzt sich die Ärzteschaft auf Bundes- und Landesebene ein.

Medienberichten zufolge sollen im Rahmen einer geplanten Neustrukturierung der Bundeswehr der Sanitätsdienst, der für die medizinische Versorgung der Soldaten verantwortlich ist, und die Streitkräftebasis, die die gesamte Logistik der Truppe umfasst, in einem Unterstützungsbereich zusammengeführt werden. Damit sei nicht mehr gewährleistet, dass der Sanitätsdienst auch in Zukunft noch ärztlich geleitet werde, kritisierte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, bei der Kammerversammlung am 2. März in Wuppertal. 

Für die Beibehaltung der derzeitigen eigenständigen Strukturen sprachen sich in einem breiten Bündnis auf Bundesebene auch die Ärzte- und Zahnärzteschaft sowie der Gemeinsame Bundesausschuss, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Marburger Bund aus. Ein auf fachlich höchstem Niveau in eigenständigen Strukturen unter sanitätsfachlicher Leitung arbeitender Sanitätsdienst sei nicht nur von hohem Wert für die Aufgabenerfüllung der Bundeswehr, sondern auch von elementarer Bedeutung für die zivil-militärische Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich. Das gelte sowohl für die Bewältigung von Krisensituationen wie auch für die ärztliche Aus- und Weiterbildung, heißt es in einem gemeinsamen Brief an Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr habe in seiner derzeitigen Form „absoluten Vorbildcharakter“ in der NATO.    

HK