Vorlesen
Umfrage

Ärzte zunehmend Opfer von Gewalt

19.01.2026 Seite 7
RAE Ausgabe 2/2026

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 2/2026

Seite 7

Besserer Schutz vor Gewalt: Ärztinnen und Ärzte sollen in die Regelung besonderer Strafvorschriften einbezogen werden. © PinkBadges/istockphoto.com

Die Zahl der Übergriffe gegen Ärztinnen und Ärzte sowie gegen medizinisches Personal nimmt zu. Dies zeigt eine Befragung von Lesern des Deutschen Ärzteblattes. Das Spektrum der Gewalt reicht von verbalen Attacken über Anfeindungen aufgrund von Herkunft oder Religionszugehörigkeit bis hin zu körperlicher Gewalt. Zwei Drittel der 1.619 Befragten haben der Umfrage zufolge Gewalt im beruflichen Kontext erfahren. 56 Prozent berichten, dass Gewalt im beruflichen Alltag zugenommen habe. Verbale Übergriffe werden als die häufigste Form der Gewalt genannt (89 Prozent), körperliche Gewalterfahrungen machten 47 Prozent der Befragten. 23 Prozent der Opfer wurden vorübergehend in ihrer Berufsausübung beeinträchtigt, neun Prozent dauerhaft. 
Mit einer aktuell vorbereiteten Neufassung von § 116 des Strafgesetzbuches sollen künftig Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörige anderer Heilberufe in die Regelung besonderer Strafvorschriften zum Schutz von Einsatz- und Rettungskräften einbezogen werden. 

Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin hat kürzlich in einem Positionspapier eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt gefordert. Mit der systematischen Implementierung und Finanzierung präventiver Maßnahmen in den Krankenhäusern solle die Arbeitsfähigkeit und der Erhalt qualifizierten Personals gesichert werden.    

tg