Dr. Horst Bourmer, von 1981 bis 1993 Präsident der Ärztekammer Nordrhein, schrieb in der ersten Juli-Ausgabe 1976 des Rheinischen Ärzteblatts noch als Präsident des Hartmannbundes den Artikel „Die Gesundheitserziehung: Aufgabe und Verpflichtung“. Er forderte, „ein Unterrichtsfach ‚Gesundheitslehre‘ oder ‚Gesundheitskunde‘ in Analogie zur ‚Sozialkunde‘ zu schaffen“. Es sei zu bedauern, wie wenig die Gesundheitserziehung in den Schulen Eingang gefunden habe. Ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Bevölkerung könne zur Begrenzung der Kosten des Gesundheitswesens beitragen. „Selbst die politischen Parteien haben die Priorität dieser Aufgabe erkannt“ und wiesen in ihren Grundsatzprogrammen auf die Notwendigkeit hin, das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung zu wecken und sie zur Gesundheitsvorsorge zu motivieren. Zwar sähen viele Bürgerinnen und Bürger ihre Gesundheit als höchstes Gut an, das Wissen über gesundheitsförderliches Verhalten sei allerdings gering, schrieb Bourmer. Er stellte Zahlen gegenüber. Rund 90 Prozent aller Krankheitsfälle würden in den Praxen behandelt. Kostenpunkt: 10 Milliarden DM im Jahr. 43 Milliarden DM gaben die Deutschen im Jahr 1974 für Nikotin und Alkohol aus. Gesundheitsförderliches Verhalten zu etablieren, müsse bei der Erziehung in der Schule und in den Familien ansetzen, forderte Bourmer. Die Ärztekammer Nordrhein rief 1995 das Programm „Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung in der Primarstufe“ ins Leben, das seit dem Schuljahr 2001/2002 unter dem Namen Gesund macht Schule flächendeckend in Kooperation mit der AOK Rheinland/Hamburg in Nordrhein eingeführt wurde.
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