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Gesundheits- und Sozialpolitik

Ärztestatistik: Mehr Angestellte, mehr Ärztinnen, mehr Ruheständler

21.05.2026 Seite 18
RAE Ausgabe 6/2026

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 6/2026

Seite 18

© Tina Ennen
Die Ärztekammer Nordrhein verzeichnete im vergangenen Jahr mit gut 73.000 Ärztinnen und Ärzten erneut einen Mitgliederrekord. Auch Trends aus den Vorjahren setzten sich fort: So sind inzwischen mehr Ärztinnen als Ärzte berufstätig und die Zahl der Angestellten im ambulanten Bereich nimmt stetig zu. Auch die Ruhestandswelle beginnt zu rollen.

von Vassiliki Temme

Mit gut 73.000 Ärztinnen und Ärzten bleibt Nordrhein wie bereits in den Vorjahren nach Bayern und Baden-Württemberg auf Platz drei der mitgliederstärksten Ärztekammern. Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte stieg um zwei Prozent auf 55.482. Von diesen arbeiteten 21.327 im ambulanten und 29.345 im stationären Bereich. In Behörden und Körperschaften, wozu auch der Öffentliche Gesundheitsdienst der Städte und Kreise sowie die Ärztekammer zählen, waren 1.358 Ärztinnen und Ärzte beschäftigt.
 

Dabei zeigt die Statistik der Bundesärztekammer (BÄK), dass sich der Trend zur Anstellung in der ambulanten Versorgung fortsetzt. Insgesamt stieg die Zahl der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte um 1,6 Prozent auf 21.327. Die Zahl der in eigener Praxis Niedergelassenen sank dagegen um 1,3 Prozent auf 12.723. Der BÄK zufolge sind inzwischen bundesweit 39 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung als Angestellte in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) tätig. Seit 2020 verzeichnet man dort ein Plus von 48 Prozent. Ungebrochen sei auch der Trend zur Teilzeitarbeit. Im Jahr 2014 arbeiteten noch 15 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit. Im Jahr 2024 waren es bereits 28 Prozent, zitiert die BÄK das Statistische Bundesamt. 

Wie die Ärztestatistik der BÄK belegt, wächst der Anteil der Frauen im Arztberuf kontinuierlich, auch in Nordrhein. Mit einem Plus von 3,1 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr sind aktuell zwischen Rhein und Ruhr 28.311 Ärztinnen tätig. Gut 5.400 von ihnen sind in eigener Praxis niedergelassen, 5.300 arbeiten als Angestellte in Praxen oder MVZ und 14.800 arbeiten in den Krankenhäusern, 338 von ihnen als Leitende Ärztinnen, ein Plus von 1,5 Prozent. 
 

Versorgung im Wandel

Der demografische Wandel schlägt sich inzwischen auch in der Ärztestatistik nieder. So stieg in Nordrhein die Zahl der Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand um 4,4 Prozent auf 11.029. Von den über 65-jährigen Ärztinnen und Ärzten waren im vergangenen Jahr noch 4.742 berufstätig. 7.330 weitere Berufstätige befanden sich in der Altersgruppe von 60 bis 65 Jahre. Demgegenüber stehen in Nordrhein 11.498 Ärztinnen und Ärzte bis 34 Jahre und 31.912 Ärztinnen und Ärzte im Alter von 35 bis 59 Jahre. Die Zahl der Neuzugänge (Erstanmeldungen) in die Ärztekammer Nordrhein stieg im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 1.886.

Zur Versorgungssicherheit tragen der BÄK-Statistik zufolge weiterhin die zugewanderten Ärztinnen und Ärzte bei. Von den 9.699 Ärztinnen und Ärzten mit ausländischem Pass (2024:9.289) waren im vergangenen Jahr 6.204 in den Krankenhäusern und 1.940 in der Niederlassung tätig. Die meisten ausländischen Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein stammen aus Syrien, Griechenland, Rumänien, der Türkei und dem Iran. Bundesweit stieg die Zahl der zugewanderten Ärztinnen und Ärzte im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 71.480. Somit besitzen inzwischen 16 Prozent aller berufstätigen Mediziner in Deutschland keine deutsche Staatsangehörigkeit, heißt es dazu aus der BÄK.