Griaß eich! Das letzte Tertial meines Praktischen Jahres (PJ) habe ich in Villach in Österreich verbracht. Bei mir stand das chirurgische Tertial noch aus, und so landete ich in der Unfallchirurgie. In einer wintersportaktiven Region bedeutet das vor allem eines: Ski, Snowboard, Rodeln. Und leider auch alles, was dabei schiefgehen kann. Das hätte ich mir wohl eigentlich schon denken können, aber über die wirklich zahlreichen Fälle war ich doch überrascht und infolgedessen anfänglich ausgesprochen unsicher auf meinen eigenen Skiern.
Im Krankenhaus hatten wir PJler erfreulich viele Freiheiten und konnten uns in den Bereichen einbringen, die uns am meisten interessierten. In der Ambulanz mit ihren drei Untersuchungskojen herrschte ein reges Kommen und Gehen. Hier standen vor allem die körperliche Untersuchung, das Befunden zahlreicher Röntgenbilder sowie die Planung des weiteren Procederes im Vordergrund.
In der Wundversorgung reichte das Spektrum von Schnitt-, Platz- und Quetschwunden bis hin zu Tierbissen. Im Laufe der Zeit durften wir die Wunden auch selbst versorgen und nähen – ein Moment, der sich irgendwo zwischen Stolz und der leisen Hoffnung bewegte, dass der Knoten nicht nur gut aussieht, sondern auch wirklich hält.
Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist die Arbeit im OP – inklusive Pausenraum mit Blick auf den Dobratsch, den Villacher Hausberg. Im OP selbst geht es erstaunlich handwerklich zu: Es wird gebohrt, geschraubt, gehämmert und gemeißelt. Ich mag diese sehr logische, mechanische Vorgehensweise, bei der man häufig einen direkten Effekt beobachten kann. Besonders beeindruckte mich dabei, wie diese zunächst eher grob anmutende Arbeit auf kleinster und sehr filigraner Ebene umgesetzt wird, etwa bei Eingriffen an der Hand. Ebenso faszinierend ist die Möglichkeit, arthroskopische Eingriffe an nahezu jedem Gelenk durchzuführen.
Jetzt bin ich seit ein paar Tagen wieder in Deutschland, hadere noch etwas mit dem rheinischen Flachland und vermisse gelegentlich den Blick auf verschneite Gipfel. Die nächsten Wochen werde ich nun erst einmal wieder am Schreibtisch verbringen und mich auf das letzte Examen des Studiums vorbereiten, bevor es dann anschließend auf die Suche nach der ersten Stelle als Assistenzärztin geht – bevorzugt in der Gynäkologie oder Inneren Medizin in und um Köln. Falls also jemand jemanden kennt oder selbst auf der Suche ist: Meldet euch gerne bei mir – ich wäre bereit!
Bis dahin: Pfiat‘s eich und baba.
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