Wie lässt sich das Missverhältnis zwischen Rekordausgaben für eine reine Reparaturmedizin und dem Mangel an Prävention und nachhaltiger Gesundheitsvorsorge auflösen? Diese Frage stand im Zentrum der Fortbildungsveranstaltung der Kreisstelle Essen der Ärztekammer Nordrhein unter dem Titel „Prävention – was gibt es, was geht noch?“. Dr. Arndt Berson, Vizepräsident der Kammer, mahnte einen „Präventions-Kulturwandel“ an. Trotz hoher Ausgaben liege die Lebenserwartung in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Staaten nur im Mittelfeld – ein deutliches Indiz für ungenutzte Potenziale. Professor Dr. Christian Berg verdeutlichte die Relevanz der Primärprävention: Eine Optimierung klassischer Risikofaktoren könne Ereignisse wie Herzinfarkt oder Tod um zehn bis 15 Jahre hinauszögern. Dennoch dominiere die „Reparaturmedizin“, die oft erst bei irreversiblen Spätfolgen eingreife. Ein Beispiel für moderne Sekundärprävention lieferte Priv.-Doz. Dr. Lars Hagmeyer mit dem neu eingeführten Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-CT für Hochrisikogruppen. Ziel dieses Programms ist es, Tumore in frühen Stadien zu entdecken. Einigkeit herrschte bei den politischen Forderungen: Um die Verhältnisprävention zu stärken, forderten die Experten unter anderem Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel sowie eine höhere Besteuerung von Tabak, Alkohol und Zucker. Ziel müsse es sein, Gesundheit statt Krankheit in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Ausführlicher Bericht unter: www.aekno.de/aerztekammer/kreisstellen/kreisstelle-essen/aktuelles
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