Polypharmazie stellt ein Risiko gerade für ältere Patienten dar. Experten zufolge nimmt fast jeder dritte Patient über 65 Jahre fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig ein, ab dem 80. Lebensjahr ist es fast jeder Zweite. Vor diesem Hintergrund zielte das Kammersymposium „Medikation im Alter: Zusammenarbeit fördern – Patientensicherheit stärken“ im Haus der Ärzteschaft am 18. März 2026 darauf, unter anderem anhand von Fallbeispielen für das Thema Therapiesicherheit im Rahmen des Arzneimittelmanagements zu sensibilisieren. Zugleich warben die Referenten für eine bessere Zusammenarbeit von allen am Medikationsprozess beteiligten Berufsgruppen – Ärztinnen und Ärzten, Medizinischen Fachangestellten, Apothekerinnen und Apothekern, Pharmazeutischen Assistentinnen und Pflegekräften –, um diesen Prozess sicherer zu machen. Nur wenn sie gemeinsam Verantwortung übernähmen, Medikationsprozesse abstimmten und Informationen teilten, ließen sich Risiken durch Polypharmazie wirksam reduzieren. Ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit sei ein bundeseinheitlicher Medikationsplan, der in die elektronische Patientenakte integriert werde. In der ambulanten und stationären Pflege könne darüber hinaus die Verblisterung der einzunehmenden Medikamente zur Patientensicherheit beitragen.
Das Kammersymposium fand in der Fortbildungsreihe "Der ältere Mensch" statt und wurde von der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in Kooperation mit der Apothekerkammer Nordrhein ausgerichtet.
HK


