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Forderungspapier

Prävention und Gesundheitsförderung stärken

17.04.2026 Seite 6
RAE Ausgabe 5/2026

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 5/2026

Seite 6

Kampagnenbild zum Forderungspapier: "Gesundheit gestalten statt verwalten“ lautet der Appell von Bundesärztekammer, Forum Gesundheitsziele und Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung. © sirichai/stock.adobe.com

Deutschland investiert zu wenig in die Vermeidung von Krankheit. Die Folgen: vermeidbare Krankheitslast, eine Belastung des Gesundheitssystems und eine Schwächung von Wirtschaft und Sozialstaat. Das ist die Analyse der Bundesärztekammer, des Forums Gesundheitsziele der GVG und der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung. Die Organisationen fordern deshalb die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern auf, Prävention und Gesundheitsförderung strukturell zu stärken, verbindlich in allen Politikfeldern zu verankern und konsequent umzusetzen. In einem Forderungspapier von Ende März verweisen sie unter anderem auf evidenzbasierte Maßnahmen, die die Weltgesundheitsorganisation zur Reduktion nichtübertragbarer Erkrankungen empfiehlt. Dazu gehören eine gesundheitsorientierte Besteuerung von Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltigen Produkten, die Einschränkung von Werbung und Sponsoring zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, klare und verständliche Produktkennzeichnungen sowie eine Regulierung der Verfügbarkeit und der Verkaufsbedingungen von gesundheitsschädlichen Produkten. „Ein stärkerer Fokus auf Prävention würde die Lebensqualität der Menschen verbessern und zugleich das Gesundheitswesen auf lange Sicht entlasten“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, zum Kampagnenauftakt. Unter anderem müsse Gesundheitsbildung schon in Schulen und Kitas verbindlich gestärkt werden.

HK