In der ersten November-Ausgabe 1976 des Rheinischen Ärzteblatts nahm der damalige Präsident der Ärztekammer Nordrhein Dr. Friedrich-Wilhelm Koch in einem Interview ausführlich zu gesundheits- und berufspolitischen Themen Stellung. Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im Bundestag prophezeite Koch, „daß die gesundheitspolitisch Interessierten in allen Parteien zusammenwirken müssen“. Als Sofortmaßnahmen, um den Kostendruck auf das Gesundheitswesen kurzfristig zu senken, glaubte Koch weniger an Gesetze und Verordnungen, sondern empfahl eine „konzertierte Aktion aller Kräfte, die zur Lösung des Problems beizutragen haben“. Dazu zählte beispielsweise die Stärkung der Gesundheitsförderung, denn eine „falsche Lebensweise ist ein entscheidender Krankheits- und damit auch Kostenfaktor“.
Daneben kritisierte Koch, dass die Gesundheitspolitik den Arzt einenge. „Seine Rolle als Helfer der Kranken tritt immer mehr gegenüber administrativen Tätigkeiten zurück“. Das Ausfüllen von Formularen lasse immer weniger Spielraum für eine individuelle Behandlung „und das Gespräch zwischen Patient und Arzt. Ich halte das für eine bedrohliche Entwicklung“, so Koch. Gleichzeitig rief der Kammerpräsident jede Ärztin und jeden Arzt dazu auf, „aus eigener Kraft und trotz der Belastungen des Alltags daran mitzuwirken, daß die Freiheitlichkeit unseres Berufs nicht durch Administration zerstört wird“.
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