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Gesundheitsschutz

Aktionsbündnis gegen die Legalisierung von Nikotinbeuteln

15.10.2026 Seite 8
RAE Ausgabe 11/2026

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2026

Trotz Verkaufsverbots sind Nikotinbeutel unter Jugendlichen mittlerweile weit verbreitet. © Aninka/stock.adobe.com

Ein breit aufgestelltes Aktionsbündnis ärztlicher Organisationen und Fachgesellschaften fordert von der Bundesregierung, das bestehende Verbot des Inverkehrbringens von Nikotinbeuteln in Deutschland beizubehalten. Hintergrund dieser Aktion ist der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Tabaksteuerreform. Danach ist auf nationaler Ebene eine Besteuerung der sogenannten Pouches vorgesehen, sofern diese auch Gegenstand der in Überarbeitung befindlichen EU-Tabaksteuerrichtlinie werden. 

Nikotinbeutel sind tabakfreie Nikotinprodukte, die meist zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert werden. Das darin enthaltene Nikotin wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Trotz Verkaufsverbots in Deutschland sind Nikotinbeutel unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen mittlerweile weit verbreitet. Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit hatten im Jahr 2025 damit bereits 5,5 Prozent der 12- bis 17-jährigen sowie 18,9 Prozent der 18- bis 25-jährigen Erfahrungen gemacht. 

Das Aktionsbündnis sieht konkrete Bestrebungen, die Zulassung des Verkaufs von Nikotinbeuteln in Deutschland voranzutreiben. Eine Aufhebung des Verbots wäre aus Sicht des Jugend- und Gesundheitsschutzes das falsche Signal. Verwiesen wird auf das hohe Abhängigkeitspotenzial durch die Nikotinaufnahme, die zudem bei Kindern und Jugendlichen die Gehirnentwicklung beeinträchtigen könne. Unabhängig vom Alter berge der Konsum kardiovaskuläre Risiken; auch Schädigungen der Mundgesundheit durch Nikotinbeutel seien bereits bekannt.     

tg