Im Juni 2026 starben in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Statistischen Landesamts deutlich mehr Menschen als im Juni 2025. Mit 19.954 lag die Zahl der Verstorbenen um 22 Prozent über der entsprechenden Zahl (16.396) des Vorjahres. Der höchste Anstieg wurde für Leverkusen mit 63 Prozent mehr Sterbefällen erfasst, gefolgt von Köln mit einer Zunahme von 47 Prozent. In allen Kreisen und kreisfreien Städten lag die Zahl der Sterbefälle pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner über dem Median der Junimonate im Zeitraum 2005 bis 2025. Auch mit Blick auf einen längeren Vergleichszeitraum bleiben die Zahlen für 2026 ein Höchstwert: In keinem anderen Vergleichszeitraum seit Beginn der Erhebung in ihrer derzeitigen Form im Jahr 1977 seien mehr Sterbefälle verzeichnet worden, meldet das Statistische Landesamt.
Angesichts der hohen Durchschnittstemperaturen im Juni 2026 mit Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes an elf aufeinanderfolgenden Tagen, darunter acht Tage mit der höchsten Warnstufe, kann man auf einen kausalen Zusammenhang mit dem Anstieg der Sterbefälle schließen.
Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag die geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle in NRW im Jahr 2026 bis einschließlich der 36. Kalenderwoche bei 3.040 Menschen. Deutschlandweit geht das RKI für den gleichen Zeitraum von rund 16.000 hitzebedingten Sterbefällen aus; rund 9.600 hitzebedingte Sterbefälle seien auf die besonders heiße Woche Ende Juni 2026 zurückzuführen.
Tg


