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Mail aus Essen

15.10.2026 Seite 10
RAE Ausgabe 11/2026

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2026

Seite 10

© privat

Im Juni hatte ich mein 3. Staatsexamen, also die letzte Prüfung meines Studiums. Leider hatte ich den letzten Prüfungstermin erwischt, sodass ich, während all meine Freundinnen und Freunde schon ihren Sommer in Freiheit genießen konnten, noch ein paar Tage mehr in der Bibliothek zu verbringen hatte. In dem Wissen, dass es vorerst das letzte Mal sein würde, war das allerdings halb so schlimm – fast schon ein bisschen wehmütig.

Beim 3. Examen wird man in Essen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen geprüft. Am ersten Prüfungstag bekommt man einen Patienten oder eine Patientin zugeteilt, bei dem oder der man die Krankheitsgeschichte ausführlich erhebt, körperliche Untersuchungen durchführt und einen Arztbrief verfasst. Anschließend wird man noch von den Prüfern aus Innerer Medizin und Chirurgie am Patientenbett geprüft. Man stellt den Patientenfall kurz vor und wird dazu, aber auch darüber hinaus, befragt. Außerdem ist es üblich, dass man noch einige körperliche Untersuchungen demonstriert.
Am zweiten Tag findet dann die mündliche Prüfung in den Fächern statt, die man auch während des Praktischen Jahres durchlaufen hat: Innere Medizin, Chirurgie, das Wahlfach – in meinem Fall Gynäkologie – und ein zugelostes Fach. Bei mir war es die Radiologie.

Meine Prüfungsgruppe bestand aus vier Leuten. Wir hatten uns entschieden, einzeln geprüft zu werden, sodass man alleine für ungefähr eine Stunde den Fragenhagel von vier Prüfern über sich ergehen lassen musste. Das alles klingt viel schlimmer, als es am Ende war. Das lässt sich im Rückblick natürlich sehr leicht sagen, aber ich hatte den Eindruck, dass alle Prüfer sehr wohlwollend waren und insgesamt eine sehr angenehme Prüfungssituation geschaffen haben.
Nach kurzer Beratung der Prüfer war es dann wirklich geschafft. Freunde und Familie hatten draußen gewartet und gemeinsam wurde angestoßen und gefeiert – ein Moment, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Zwei Wochen später gab es eine offizielle Examensfeier, bei der wir unsere Zeugnisse überreicht bekamen. Ein schöner Anlass, um gemeinsam noch einmal auf diese bewegte Zeit zurückzublicken.
In diesem Sinne vielen Dank, dass ich meine Eindrücke aus sechs Jahren Studium mit den Leserinnen und Lesern des Rheinischen Ärzteblatts teilen durfte!
Wie erlebt Ihr das Medizinstudium? Schreibt mir unter medizinstudium(at)aekno.de.