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Kreisstelle Mülheim

„Forum Gesundheit“: Medizin in Krisenzeiten

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Diskussion über die medizinische Versorgung in Krisenzeiten (v.l.): die stellvertretende Kreisstellenvorsitzende Dr. Eva Niedziella-Rech, Dr. Vivian Simm, Kreisstellenvorsitzender Uwe Brock, Dr. Rainer Kram sowie Moderator und geschäftsführender Arzt der Ärztekammer Nordrhein Dr. Christian Köhne Mitte März in Mülheim. © Andreas Köhring

Medizinische Verantwortung und Vorsorge in Krisenzeiten standen im Mittelpunkt des 16. „Forum Gesundheit“ der Kreisstelle Mülheim der Ärztekammer Nordrhein. Die Gynäkologin Dr. Vivian Simm berichtete von ihren Einsätzen für die humanitäre Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ in Afghanistan und Haiti. Dort seien qualifizierte Geburtshilfe und Basisversorgung oft nur in wenigen Einrichtungen verfügbar und zwei Drittel der vermeidbaren mütterlichen Todesfälle träten in Konflikt- und Katastrophenregionen auf. Dr. Rainer Kram, Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz am Universitätsklinikum Düsseldorf, warnte, dass deutsche Krankenhäuser auf Großschadenslagen und einen möglichen Verteidigungsfall noch nicht ausreichend vorbereitet sind. Er forderte belastbare Alarm- und Einsatzpläne, regelmäßige Übungen, Materialreserven sowie Konzepte für chemische, biologische, radiologische und nukleare Lagen. Die anschließende Podiumsdiskussion arbeitete die zentrale Rolle von Kliniken und Niedergelassenen in Krisen- und Verteidigungsfällen heraus. Die Kliniken könnten trotz begrenzter Kapazitäten Patientenströme steuern, wenn regionale Netzwerke Konkurrenzdenken und Sektorengrenzen überwinden.

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