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126. Deutscher Ärztetag

Lauterbach dankt Ärztinnen und Ärzten für ihren Einsatz während der Coronapandemie

Eröffnung, 126. Deutscher Ärztetag, Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister
Eröffnung, 126. Deutscher Ärztetag, Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister © Jürgen Gebhardt

Bremen. 24.5.2022. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat den Ärztinnen und Ärzten in Deutschland für ihren Einsatz in der Coronapandemie den „aufrichtigen Dank der Bundesregierung“ ausgesprochen. Alle hätten zusammengestanden, Ärzte seien gerade zu Beginn der Pandemie ins persönliche Risiko gegangen. Auch das habe dazu geführt, dass Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern gut durch die Pandemie gekommen sei, sagte Lauterbach anlässlich der Eröffnung des 126. Deutschen Ärztetags am 24. Mai 2022 in Bremen. Er dankte auch den Ärztekammern dafür, dass sie gegen Fake News und Coronaleugner in den eigenen Reihen konsequent vorgegangen seien. Wegen der Anfeindungen und Bedrohungen aus dem Lager der Querdenker steht Lauterbach unter verschärftem Personenschutz, was am großen Polizeiaufgebot vor dem Bremer Konzerthaus „Die Glocke“ sichtbar wurde, in dem die feierliche Eröffnung des Deutschen Ärztetages stattfand.

Der Minister betonte, dass zurzeit die Vorbereitungen zum Schutz vor einer neuen Coronawelle im Herbst vorangetrieben würden. Neben einer Impf-, Test- und Behandlungsstrategie gelte es auch, ein neues Infektionsschutzgesetz zu beschließen, das mehr ermögliche als eine Neuauflage der Maskenpflicht in Innenräumen.

Mit Blick auf angestrebte Reformen im Gesundheitswesen griff Lauterbach zahlreiche Forderungen der Ärzteschaft auf. So kündigte er an, sich dafür einzusetzen, dass auch die Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst künftig nach Arzttarif bezahlt werden sollen. Außerdem erklärte er, er strebe eine Reform des Fallpauschalensystems im Krankenhaus in den Bereichen Kinderheilkunde, Geburtshilfe sowie in der Notfallversorgung an. „Hier brauchen wir etwas, was in Richtung Selbstkostendeckung führt“, so Lauterbach. Auch für eine Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze zeigte er sich offen. Mit Blick auf die Digitalisierung versicherte er den Ärztinnen und Ärzten, man wolle der derzeit herrschenden Technokratie entgegensteuern und das umsetzen, was medizinisch sinnvoll sei.

Keine Zugeständnisse machte Lauterbach beim Thema GOÄ. Er kündigte lediglich an, den konsentierten Reformvorschlag von Bundesärztekammer und Privater Krankenversicherung „vorurteilsfrei zu prüfen“. Bundesärztekammerpräsident Dr. Klaus Reinhardt hatte Lauterbach zuvor ein dickes GOÄ-Kompendium überreicht und gefordert, die Reform der Gebührenordnung jetzt endlich zeitnah umzusetzen. Die letzten Änderungen habe es vor 30 Jahren gegeben und eine Anpassung an den aktuellen Stand der Medizin sei längst überfällig. Die Abrechnung nach Analogziffern sorge für große Verunsicherung bei Ärzten und Patienten und für unnötige Rechtsstreitigkeiten. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagte Reinhardt an den Minister gewandt. Die Ärzteschaft empfinde die Untätigkeit der Politik inzwischen als Affront.

Reinhardt kündigte an, dass sich das Ärzteparlament in den nächsten Tagen in einem Schwerpunkt mit den Auswirkungen der Coronapandemie auf Kinder und Jugendliche befassen will. Deren Bedürfnisse seien gerade zu Beginn der Pandemie kaum beachtet worden.

HK


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