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131. Deutscher Ärztetag 2027

Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt werden Schwerpunktthema

Missbrauch stoppen
Kein Platz für Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt: Die Ärztekammern beziehen Position. © arcady_31/istockphoto.com

Nach der Schilderung von Medizinstudentinnen über Grenzverletzungen und Übergriffe von Teilnehmern des 130. Deutschen Ärztetages Mitte Mai in Hannover wird das Ärzteparlament im nächsten Jahr in Wiesbaden das Thema „Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung“ zu einem Schwerpunkt machen. Grenzüberschreitendes Verhalten, sexuelle Belästigung sowie jede Form verbaler oder körperlicher Übergriffe seien absolut inakzeptabel und mit dem Selbstverständnis des ärztlichen Berufs unvereinbar, teilten die Bundesärztekammer und die 17 Landesärztekammern in einer gemeinsamen Erklärung mit. Man werde die Betroffenen bei der Aufarbeitung der konkreten Vorfälle umfassend unterstützen. Um Übergriffe in Zukunft zu verhindern, wollen die Kammern verbindliche Verhaltenskodizes für Veranstaltungen entwickeln und unabhängige Vertrauenspersonen für Betroffene benennen. Eine Umfrage des Marburger Bundes hatte Mitte April belegt, dass Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung ein strukturelles Problem im Klinikalltag sind. „Wir müssen uns als Ärzteschaft den Umfrageergebnissen und den Schilderungen der Medizinstudentinnen stellen“, erklärte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Sven Dreyer. „Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und Ansprechens von Fehlverhalten. Das muss selbstverständlich werden – für Führungskräfte ebenso wie für Kolleginnen und Kollegen.“    

HK


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