Vorlesen
Geschlechtersensible Versorgung

Wanderausstellung eröffnet

  • Gruppenbild Ausstellungseröffnung Geschlechtersensible Medizin
    Sprachen sich für eine stärkere Berücksichtigung einer geschlechtersensiblen Gesundheitsversorgung aus: Juliane Walz, Leiterin der Projektgruppe „Strukturelle Weiterentwicklung Geburtshilfe, Geschlechterperspektive im Gesundheitswesen“ im NRW-Gesundheitsministerium, Dersim Dağdeviren, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Christiane Groß, M.A., Ehrenpräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes und langjähriges Vorstandsmitglied der Ärztekammer Nordrhein sowie Dr. Arndt Berson, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein. (v.l.n.r.) © Marc Strohm
  • Dr. Christiane Groß, M.A.
    Führte durch die Wanderausstellung: Dr. Christiane Groß, M.A.. © Marc Strohm

Düsseldorf, 16.9.2026. "Krankheiten können sich bei Frauen und Männern unterschiedlich äußern und verlaufen. Auch Medikamente können unterschiedlich wirken. Zudem unterscheiden sich teilweise die Risikoprofile, was bei Prävention und Früherkennung berücksichtigt werden sollte", erklärte Dr. Arndt Berson, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, bei der Eröffnung der Wanderausstellung zum Thema "Geschlechtersensible Medizin", die noch bis zum 14. Oktober 2026 im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft zu sehen ist.

Auf zwölf Postern zeigt die Wanderausstellung des Deutschen Ärztinnenbundes und der Deutschen Gesellschaft für Geschlechterspezifische Medizin unter anderem, wie sich das Geschlecht auf bestimmte Krankheitsverläufe auswirken kann, etwa bei Depressionen, Herzinfarkt und Osteoporose. Auch die geschlechtersensible Gestaltung von Therapien wird thematisiert, beispielsweise mit Blick auf mögliche Unterschiede bei Nebenwirkungen von Medikamenten.

Oftmals fehle es Ärztinnen und Ärzten an Wissen über die Auswirkungen des Geschlechts auf Krankheitsverläufe, Therapie und Diagnostik, erklärte Dersim Dağdeviren, Mitglied im Vorstand der Ärztekammer Westfalen-Lippe. "Geschlechtersensible Versorgung ist kein Nice-to-Have, sondern ein Must", betonte sie.

Gleichzeitig habe es in den vergangenen Jahrzehnten Fortschritte gegeben, ergänzte Dr. Christiane Groß, Ehrenpräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes und langjähriges Vorstandsmitglied der Ärztekammer Nordrhein. Insbesondere in der Pharmakologie und Kardiologie werde zunehmend "geschlechtersensibel" gedacht. In anderen Fachrichtungen gebe es jedoch noch immer große Lücken.

Um Ärztinnen und Ärzten das notwendige Wissen für eine geschlechtersensible Versorgung an die Hand zu geben, müsse das Thema verpflichtend im Medizinstudium behandelt werden, forderte Groß. Derzeit werde es nur auf freiwilliger Basis vermittelt.  Dieselbe Forderung hatte auch die Gesundheitsministerkonferenz der Länder erhoben. Perspektivisch solle das Thema auch Eingang in die Ausbildung weiterer Gesundheitsfachberufe finden.

In Nordrhein-Westfalen haben CDU und Bündnis 90/ Die Grünen in ihrem Koalitionsvertrag von 2022 vereinbart, dass das Land eine Vorreiterrolle bei der Etablierung einer geschlechtersensiblen Versorgung einnehmen will, betonte Juliane Walz, Leiterin der Projektgruppe "Strukturelle Weiterentwicklung Geburtshilfe, Geschlechterperspektive im  Gesundheitswesen" im NRW-Gesundheitsministerium bei der Eröffnung der Wanderausstellung.

Die Ausstellung flankiert die Veranstaltung "Geschlechtersensible Gesundheitsversorgung: Unterschiedlich behandelt – besser versorgt", die am 2. Oktober 2026 im Haus der Ärzteschaft stattfindet und von den Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, dem NRW-Gesundheitsministerium sowie dem Institut für Qualität im Gesundheitswesen organisiert wird.

MST


Kontakt zur Pressestelle

Pressesprecherin: Sabine Schindler-Marlow
0211 / 4302 2010

stellv. Pressesprecherin: Heike Korzilius
0211 / 4302 2013

pressestelle(at)aekno.de