Mail aus Düsseldorf

09.05.2019 Seite 10
RAE Ausgabe 6/2019

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 6/2019

Seite 10

Damon Mohebbi © privat

Das Auftreten von Infektionskrankheiten wie Ebola und die Zunahme von chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck erfordert die Zusammenarbeit diverser Akteure – auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Zur Bewältigung dieser Problemstellungen muss sich auch die Wissenschaft ihrer entscheidenden Rolle bewusst werden. Neue Ansätze in Forschung und Lehre erscheinen notwendig, die Gesundheit in einem breiteren Entwicklungskontext untersuchen. Denn die gesundheitlichen Ungleichheiten der Menschen sind nicht einfach ein Produkt ihrer individuellen Entscheidungen.

Sie werden bestimmt durch die Bedingungen, in die sie hineingeboren werden, unter denen sie aufwachsen, leben, arbeiten und altern. Es bringt wenig, Menschen mithilfe traditioneller Medizin zu behandeln, um sie im Anschluss in diejenigen Bedingungen zurückzuschicken, in denen sie krank wurden.

Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, sich bereits im Medizinstudium eingehend mit bevölkerungsbezogenen Maßnahmen zur Prävention, Gesundheitsförderung und Krankheitsbekämpfung auseinanderzusetzen. Während meines Auslandsjahres in London merke ich, dass diese Public-Health-Aspekte im angelsächsischen Raum deutlich stärker verankert sind. Deutschland hingegen hat bei der Institutionalisierung von Public und Global Health noch Aufholbedarf. Doch nur so werden wir den gesundheitsbezogenen Herausforderungen unserer Zeit nachhaltig gerecht.

Wie erlebt Ihr das Studium der Humanmedizin? Schreibt mir an medizinstudium(at)aekno.de.