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Medizinische Zwangsforschung

Datenbank zu Opfern des Nationalsozialismus verfügbar

14.08.2025 Seite 9
RAE Ausgabe 9/2025

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 9/2025

Seite 9

Denkmal für die Opfer medizinischer Zwangsforschung am ehemaligen Standort des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung in Berlin Buch. © Foto: Svea Pietschmann, Max Delbrück Center

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) stellen seit Kurzem eine Datenbank zur Verfügung, die mehrere Tausend Biografien von Menschen umfasst, die im Nationalsozialismus Opfer der Euthanasie-Morde und unethischer Humanexperimente wurden. Neben Datensätzen zu den Betroffenen würden Informationen zu einzelnen Experimenten und beteiligten Institutionen bereitgestellt, teilten die beiden Organisationen mit. Eine interaktive Karte gebe Aufschluss über das Ausmaß und die geografische Verteilung der Verbrechen. Aufgebaut wurde die Datenbank im Rahmen des von der MPG geförderten Verbundprojekts „Hirnforschung an Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Kontext nationalsozialistischer Unrechtstaten“ mit Forschungsgruppen in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Seit 2017 untersuchten Forscherinnen und Forscher tausende Hirnschnitte aus Sammlungen mikroskopischer Präparate der Max-Planck-Institute für Hirnforschung und für Psychiatrie, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus zwei Kaiser-Wilhelm-Instituten hervorgegangen waren. Ziel war es der MPG zufolge, den Opfern einen Namen zu geben und deren Gehirne, die für die Forschung missbraucht worden waren, nach Abschluss des Projekts würdig zu bestatten. Die MPG finanzierte das Projekt mit insgesamt fünf Millionen Euro. Die Datenbank im Internet: https://ns-medical-victims.org     

HK