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Mail aus Aachen

14.08.2025 Seite 10
RAE Ausgabe 9/2025

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 9/2025

Seite 10

Klara Schmitz © privat

Während ich diesen Text schreibe, sitze ich in Frankreich am Strand. Ohne dabei auch nur einen Gedanken an überfällige Anki-Karten zu verschwenden oder den Stoffwechselweg der Glykolyse in meinem Kopf herunterzubeten.

Alle Klausuren des zweiten Semesters sind geschrieben und sogar einigermaßen gut bestanden, obwohl ich diesmal etwas entspannter an die Sache herangegangen bin als noch im ersten Semester.

Ich habe gemerkt, dass mein Leben nicht nur aus Lernen bestehen muss. Man darf sich auch einfach mal Zeit für andere Dinge nehmen, statt sich ständig mit komplizierten lateinischen Phrasen oder eben der Glykolyse zu beschäftigen. Mein Lieblingsenzym ist übrigens die zungenbrecherische „Glycerinaldehyd-3-phosphat-Dehydrogenase“.
Ich habe mir also bewusst öfter Pausen gegönnt, teilweise auch etwas längere. Zum Beispiel auf den Medimeisterschaften, einem Festival für Medizinstudierende aus ganz Deutschland und Umgebung. Jede Uni hat dort ihre eigenen Lieder, Kostüme und Mottos. An Lernen war da nicht zu denken.
Außerdem war ich öfter laufen, manchmal auch aus Frust, weil ich den Stoff einfach nicht in meinen Kopf bekommen habe, aber das zählt ja trotzdem. Meine Ausdauer war nie wirklich schlecht, aber die Aachener „Berge“ kamen mir dann doch höher vor, als sie aussehen.

Wenn ich Glück habe, ist diese Ausdauer ja auch noch da, wenn ich Anfang Oktober nach den Semesterferien zu Hause wieder zurück nach Aachen komme.
Wie erlebt Ihr das Medizinstudium? Schreibt mir unter medizinstudium(at)aekno.de.