Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat zusammen mit 15 weiteren Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Patientenorganisationen eine S3-Leitlinie zum Fiebermanagement bei ansonsten gesunden Kindern und Jugendlichen vorgelegt. Die Leitlinie biete Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen und Gesundheitsberufen, klare, evidenzbasierte Empfehlungen für die ambulante Versorgung, teilte die DGKJ mit. Eine parallel dazu erstellte „Elternleitlinie“ soll den Bezugspersonen vermitteln, wann es ratsam ist, dem natürlichen Heilungsprozess zu vertrauen und ab wann Beschwerden ärztlich abgeklärt werden sollten. „Die neue Leitlinie betont ein grundlegend verändertes Verständnis von Fieber“, erklärte Professor Dr. Tim Niehues, Leitlinienbeauftragter der DGKJ. „Es wird nicht als vorrangig behandlungsbedürftiges Symptom betrachtet, sondern als physiologische und in der Regel hilfreiche Abwehrreaktion des Körpers.“ Entscheidend für die Einschätzung eines fiebernden Kindes seien nicht allein Temperaturwerte, sondern vor allem der Allgemeinzustand und spezifische Warnzeichen wie Bewusstseinsstörungen, schrilles Schreien, Hauteinblutungen, Austrocknung oder Atemnot. Auch für Frühgeborene, Neugeborene und Säuglinge unter drei Monaten gelten besondere Empfehlungen. Die Leitlinie im Internet: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/027-074
HK