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Statement

Hitzewarnung für das Gesundheitssystem: Resilienzpläne müssen vorangetrieben werden

Hitzewelle in der Stadt
Hitzewelle in der Stadt © mbruxelle/stock.adobe.com

Überlastete Notaufnahmen, überhitzte Patientenzimmer und Intensivstationen, Krankenhausbeschäftigte am Anschlag: Die vergangenen Tage mit Temperaturen um die 40 Grad haben gezeigt, dass viele Kliniken und Gesundheitseinrichtungen nicht auf länger anhaltende Hitzeperioden vorbereitet sind. Darunter leiden sowohl Patientinnen und Patienten als auch das Krankenhauspersonal.

Dr. med. Sven Dreyer, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, spricht sich dafür aus, dem Thema Hitze als direkter Folge des allgemeinen Klimawandels dringend mehr Bedeutung beizumessen. Es brauche einen gemeinschaftlich erarbeiteten und verbindlichen Hitzeresilienz-Plan, so Dreyer. Der nordrheinische Kammerpräsident setzt hierfür auf den intensiven Dialog mit Land, Kommunen und Krankenhausträgern.

Düsseldorf, 29.6.26. "Wir werden uns in den kommenden Jahren auf häufigere und auch längere Hitzeperioden einstellen müssen. Dies wird einen erheblichen und unmittelbaren Einfluss auf die Gesundheit der gesamten Bevölkerung haben – vor allem ältere Menschen, Säuglinge und chronisch Kranke leiden besonders unter den hohen Temperaturen.

Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen müssen finanziell und organisatorisch dazu befähigt werden, sich auf intensive Hitzephasen einzustellen. Neben klimaangepassten Neu- und Umbauten sowie einer zusätzlich aktiven Kühlung besonders sensibler Bereiche wie beispielsweise Intensivstationen, Notaufnahmen und Patientenzimmern müssen geplante Operationen und Eingriffe ohne gesundheitliche Einbußen verschoben werden können, um die Patienten zu schonen und den Fokus stärker auf hitzebedingte Behandlungen zu legen. 
Wir können den Klimawandel medizinisch nicht behandeln – wir müssen aber seine Folgen für die Gesundheitsversorgung beherrschbar machen. Da Krankenhäuser zur kritischen Infrastruktur gehören, müssen sie auch bei langanhaltenden Hitzewellen uneingeschränkt leistungsfähig bleiben. Darüber hinaus brauchen wir ein verbindliches Warnsystem für Kliniken, Rettungsdienste, die Bereitschaftsdienste der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung und Gesundheitseinrichtungen, damit Dienstpläne angepasst und benötigte Kapazitäten rechtzeitig freigehalten werden können.

Als Ärztekammer Nordrhein schlagen wir vor, uns möglichst zeitnah unter anderem mit dem NRW-Gesundheitsministerium, den Verantwortlichen der Rettungsleitstellen sowie den Krankenhausträgern an einen Tisch zu setzen, um eine gemeinsame Strategie sowie einen verbindlichen Hitzeresilienz-Plan zu erarbeiten. Beim gezielten Einsatz von finanziellen und personellen Ressourcen sollte vor allem auch die Machbarkeit eine wichtige Rolle spielen, da das gesamte Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen steht. Gleichzeitig darf die Gesundheit der Bevölkerung und der Beschäftigen im Gesundheitswesen nicht unter Sparzwängen leiden."


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