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Düsseldorf

Mobile Ethikberatung startet

Gruppenfoto Start der mobilen Ethikberatung in Düsseldorf
Stellten die neue ambulante Ethikberatung in Düsseldorf vor: Dr. Arndt Berson, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Professorin Dr. Susanne Schwalen, geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein, Dr. rer. pol. Samuel Olbermann, Vorstandsvorsitzender des ASG Bildungsforums sowie Dr. iur. Stephan Keller, Oberbürgermeister von Düsseldorf. © Marc Strohm

Düsseldorf, 18.9.2026. Ein Patient mit fortgeschrittener ALS-Erkrankung will von seinem SAPV-Team wissen, ob es möglich ist, ihn ab einem bestimmten Zeitpunkt gezielt zu sedieren. Die Eltern eines dreijährigen Kindes mit einer schweren neurologischen Erkrankung fragen ihre Ärztin, ob die Ernährung ihres Kindes künftig über eine PEG erfolgen könne. Das Kind hatte die Nahrungsaufnahme verweigert, litt unter Übelkeit und erbrach sich häufig. In komplexen Fällen wie diesen soll Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften künftig auch in Düsseldorf ein mobiles Ethikkomitee beratend zur Seite stehen.

In vielen Düsseldorfer Kliniken hätten sich Ethikkomitees bereits fest etabliert, erklärte Dr. iur. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, am 16. September anlässlich der Auftaktveranstaltung zur mobilen Ethikberatung im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft. Im ambulanten Sektor aber fehle bislang ein solches Angebot. Hier setze die mobile Ethikberatung an. Das multiprofessionell besetzte Gremium berät unter anderem ambulante Pflegekräfte, niedergelassene Haus- und Fachärzte, Mitarbeitende in Pflegeheimen sowie Patientinnen und Patienten und deren Angehörige zu Hause.

Die mobile Ethikberatung bringe bei ethischen Fragestellungen unterschiedliche Perspektiven zusammen, schaffe Orientierung und spreche am Ende eine nicht verbindliche Handlungsempfehlung aus, sagte Dr. Arndt Berson, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein. Die Kammer unterstütze die Gründung ambulanter Ethikkomitees auf regionaler Ebene als Impulsgeber. Seit 2019 unterstütze das Komitee zur medizinethischen Beratung die Mitglieder der Ärztekammer Nordrhein, wenn es um ethische Grenzfälle gehe, dazu gehörten Fragen aus den Themenbereichen "Lebensanfang und Lebensende", mutmaßlicher Patientenwille, Vorsorgevollmacht und Therapiebegrenzung. Gleichzeitig dienten die Beratungsfälle auch der ärztlichen Fort- und Weiterbildung. Als Fallvignetten würden sie beispielsweise im Rheinischen Ärzteblatt veröffentlicht.

Im Gegensatz zum rein ärztlich besetzten Komitee zur medizinethischen Beratung gehören der mobilen Ethikberatung in Düsseldorf unterschiedliche Berufsgruppen an. Das mobile Ethikkomitee besteht aus 14 ehrenamtlichen Ethikberatern, die unter anderem Erfahrungen aus den Bereichen Medizin, Pflege und Seelsorge einbringen, erklärte Dr. rer. pol. Samuel Olbermann, Vorstandsvorsitzender des ASG Bildungsforums. Das ASG Bildungsforum koordiniert die Ethikberatung. Zuvor wurden die ehrenamtlichen Ethikberaterinnen und -berater in entsprechenden Fortbildungen qualifiziert.

Neben der Ethikberatung in Düsseldorf seien ähnliche Ethikkomitees in der Städteregion Aachen und in Bonn sowie jüngst in Solingen ins Leben gerufen worden, erklärte Professorin Dr. Susanne Schwalen, geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein, die die Auftaktveranstaltung moderierte. Diese Angebote würden gut angenommen. Die mobile Ethikberatung in Aachen verzeichne jährlich etwa 50 bis 60 Anfragen, so Schwalen.

MST


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