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30. Jubiläumstreffen des Netzwerks Umweltmedizin

Schwammstädte und PFAS im Fokus der Umweltmedizin

Gruppenbild zum 30. Jubiläumstreffen des Netzwerks Umweltmedizin
Beim 30. Jubiläumstreffen des Netzwerks Umweltmedizin berichtete Dipl.Ing. Rolf Rheinschmidt (2.v.r.), Gesundheitsingenieur im Bereich Klimawandel und Gesundheit des Kreisgesundheitsamtes Mettmann, über die Herausforderungen für die Wasserqualität in Schwammstädten. Dr. Ulrich Sydlik (1.v.l.), Fachtoxikologe DGPT im Bereich Umwelt und Gesundheit, Umweltradioaktivität des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, ging in seinem Vortrag unter anderem auf die Wirkung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) auf den menschlichen Körper ein. Professorin Dr. Susanne Schwalen, geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein (2.v.l.), sowie die Moderatoren Dr. med. Dipl.-Chem. Herbert Lichtenecker (3.v.l.) und Dr. Rudolf Lange (1.v.r.) führten durch die Veranstaltung. © esper

Düsseldorf, 2.10.2026. Um sich besser vor Hitzewellen zu schützen, müssen sich Städte anpassen und zu sogenannten Schwammstädten werden. Das erläuterte Rolf Rheinschmidt, Gesundheitsingenieur im Bereich Klimawandel und Gesundheit beim Kreisgesundheitsamt Mettmann, auf dem 30. Jubiläumstreffen des Netzwerks Umweltmedizin bei der Ärztekammer Nordrhein. Demnach sollen Städte Regenwasser wie ein Schwamm aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben, statt es direkt in die Kanalisation abzuleiten. Durch die Verdunstung während Hitzeperioden werde so die unmittelbare Umgebung gekühlt. Für die Umsetzung des Schwammstadtprinzips müssten Flächen entsiegelt werden. Auch Fassadenbegrünung, künstliche Teiche und Zisternen, die Wasser bei Starkregen auffangen, können dazu beitragen, Wasser zu speichern. Gleichzeitig brauche es entsprechende Hygienekonzepte, um eine ausreichende Wasserqualität sicherzustellen und den Ausbruch von Infektionskrankheiten etwa durch verschmutzte Brunnen oder andere Wasserflächen zu verhindern. 

Daneben standen bei dem Netzwerktreffen per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) im Fokus des Austauschs. Wie sich diese auf den menschlichen Körper auswirken, erläuterte Dr. Ulrich Sydlik, Fachtoxikologe DGPT im Bereich Umwelt und Gesundheit, Umweltradioaktivität des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften werden PFAS in zahlreichen Industrie- und Alltagsprodukten eingesetzt, etwa in Lebensmittelverpackungen, wasserabweisender Kleidung und beschichteten Kochutensilien. Viele PFAS seien in der Umwelt äußerst langlebig und würden deshalb häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. In den menschlichen Körper gelangten PFAS unter anderem über Lebensmittel und Trinkwasser. Allerdings unterschieden sich die einzelnen Verbindungen deutlich darin, wie lange sie im menschlichen Körper verblieben: Während kurzkettige PFAS vergleichsweise schnell ausgeschieden werden, können bestimmte langkettige Verbindungen eine Halbwertszeit von mehreren Jahren haben. Für bestimmte PFAS zeigten Studien Zusammenhänge zwischen einer höheren Belastung und einer verminderten Immunantwort. So wurde bei Menschen mit höheren Blutkonzentrationen bestimmter PFAS eine geringere Bildung von Antikörpern nach Impfungen beobachtet. 

Das Netzwerk Umweltmedizin ermöglicht seit 2001 einen sektorübergreifenden Austausch zwischen niedergelassenen Ärzten, den Gesundheitsämtern, dem NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Klima sowie dem NRW-Umweltministerium, betonte Professorin Dr. Susanne Schwalen, geschäftsführende Ärztin bei der Ärztekammer Nordrhein. Durch regelmäßige Fortbildungen zu aktuellen umweltmedizinischen Themen, etwa zu Pollenflug, Klimawandel oder Schadstoffen in Innenräumen, trägt das Netzwerk dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse in die medizinische und behördliche Praxis zu übertragen. 

MST
 


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