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Suizidprävention ausbauen und gesetzlich verankern

Mann ist verzweifelt in der Hocke
© Photographee.eu/Shutterstock

Düsseldorf, 10.09.2026. Jedes Jahr begehen mehr als 10.000 Menschen in Deutschland Suizid, zuletzt mit steigender Tendenz. Besonders hohe Suizidzahlen finden sich der Statistik zufolge in der Altersgruppe über 55 Jahre.

Anlässlich des heutigen Welttages der Suizidprävention sagte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Sven Dreyer: "Menschen in existenziellen Krisen benötigen niedrigschwellige Hilfen, eine gute psychiatrische und psychosoziale Versorgung und vor allem eine Gesellschaft, in der Menschen ohne Scham über psychische Krisen sprechen und Hilfe suchen können." Zwar gebe es in Deutschland eine Vielzahl von Initiativen und Hilfsprogrammen für psychisch Kranke oder Menschen in kritischen Lebenssituation. Diese seien aber regional sehr unterschiedlich verteilt und müssten dringend ausgebaut und vernetzt werden. Vor diesem Hintergrund begrüßte Dreyer den Entwurf für ein Suizidpräventionsgesetz, den das Bundesgesundheitsministerium noch vor der parlamentarischen Sommerpause vorgelegt hatte. Dieser sieht unter anderem die Einrichtung einer Bundesfachstelle für Suizidprävention vor, die bestehende Hilfsangebote und Akteure vernetzen und eine unentgeltliche bundesweit einheitliche Rufnummer für Menschen in Krisensituationen einrichten soll. Außerdem soll die Bundesfachstelle Konzepte zur Restriktion der Verfügbarkeit von Suizidmethoden und -mitteln sowie ein digitales Verzeichnis von Hilfs- und Beratungsangeboten zur Suizidprävention erstellen. Dreyer mahnte an, dass diese Angebote mit ausreichenden Finanzmitteln hinterlegt sein müssten, damit sie Wirkung entfalten könnten. Außerdem wies er auf die Bedeutung zielgruppenspezifischer Hilfsangebote hin. "Suizidprävention richtet sich an Menschen aller Altersgruppen. Jüngere Betroffene kann man sicherlich gut über Social Media Kampagnen oder digitale Angebote erreichen", sagte Dreyer. Ältere und sehr alte Menschen benötigten dagegen eine andere Art der Ansprache. Grundsätzlich sei Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und sie könne Leben retten.

Rund um den Welttag der Suizidprävention hat das Nationale Suizidpräventionsprogramm die Kampagne "Deine Geschichte ist nicht zu Ende" gestartet. Sie richtet sich an Betroffene und deren Angehörige sowie an die breite Öffentlichkeit. Die Kampagne ist crossmedial angelegt und macht mit Plakaten, Social-Media-Materialien, Podcast- und Radioelementen sowie Bausteinen für Printmedien auf Hilfsangebote und einen angemessenen Umgang mit Suizidalität aufmerksam:

Kampagne zum Wettag der Suizidprävention

Der Welttag der Suizidprävention wurde erstmals 2003 von der International Association for Suicide Prevention und der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen. Er soll dabei helfen, den Suizid zu enttabuisieren, auf Suizidalität aufmerksam zu machen, Wissen zu verbreiten sowie Betroffene und Angehörige zu stärken.

HK


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