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125. Deutscher Ärztetag

Deutscher Ärztetag setzt klares Zeichen gegen den Klimawandel

Weltkugel und Stethoskop symbolisch für Weltgesundheit
Weltkugel und Stethoskop © AquaColor/istockphoto

Berlin, Düsseldorf, 2.11.2021. Für eine nachhaltige Ressourcennutzung im Gesundheitswesen, den Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen vor den Folgen des Klimawandels, die Berücksichtigung der Thematik in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung sowie die umweltfreundliche Versorgung von Praxen und Kliniken mit medizinischen Bedarfsmaterialien hat sich der 125. Deutsche Ärztetag ausgesprochen.

Der zweite Tag des Ärztetages stand ganz im Zeichen von „Klimawandel und Gesundheit“. Die 250 Abgeordneten verabschiedeten nahezu 60 Anträge zum Thema. Für Kontroversen sorgten Anträge, die den Ausstieg aus der Atomenergie bekräftigten und die ärztlichen Versorgungswerke zu nachhaltigem Investment verpflichten wollten. Sie wurden an den Vorstand überwiesen. Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, hatte zuvor an die Kolleginnen und Kollegen appelliert: „Die Zustimmung der Anträge setzt viel Detailarbeit in den Versorgungswerken voraus. Aber warum sollten wir uns dies mit dem Rückenwind dieses Ärztetages nicht vornehmen?“

„Wenn wir ein klimaneutrales und resilientes Gesundheitssystem wollen, dann müssen wir uns eingestehen, dass das Geld kostet“, hatte Privatdozent Dr. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin, zur Einführung in das Thema gesagt. Die nötigen Investitionen müsse die Ärzteschaft benennen und einfordern. Es sei Zeit zu Handeln. Man könne nicht immer nur Bilanz ziehen. Auch der nordrheinische Vizepräsident Bernd Zimmer erklärte: „Wir müssen endlich Entscheidungen treffen und diese mit Geld ausfinanzieren. Wir müssen auch Verzicht üben, damit unsere Kinder und Enkel das Leben führen können, das wir uns heute gönnen.“

Professor Dr. Dirk Messner, der von der UN-Klimakonferenz in Glasgow zugeschaltet wurde, schilderte, wie akut der Klimawandel und wie spürbar dessen Folgen bereits sind. Der Leiter des Umweltbundesamtes bedankte sich bei der Ärzteschaft dafür, dass sie das Thema so zentral auf die Tagesordnung eines Deutschen Ärztetages gesetzt habe. „Alle wissenschaftlichen Szenarien sagen fundamentale Veränderungen unserer Lebensbedingungen voraus, sollten wir nicht handeln.“ Die Berliner Ärztin Sylvia Hartmann, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), bezeichnete den Tag als historischen Moment. „Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise, darum müssen wir entschieden handeln und Klimaschutz zur obersten Priorität machen.“ Zustimmung erhielt sie von Dr. Sabine Gabrysch, Epidemiologin und Professorin für Klimawandel und Gesundheit an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Gabrysch verwies auf die Kippeffekte der Ökosysteme des Planeten. „Noch haben wir die Chance, schlimmstes zu verhindern. Als Menschen sind wir Teil dieses Planeten, daraus hervorgegangen und untrennbar damit verbunden. Trotz aller Technologien sind wir daher auch Teil der Natur. Und die Erde ist der einzige Ort, an dem wir leben können.“

vl


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