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Drosten macht Vorschläge für sicheren Präsenzunterricht

Professor Dr. Christian Drosten und Rudolf Henke
Pandemiebedingt online: Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke (l.), begrüßte den diesjährigen Referenten der Jörg-Dietrich-Hoppe-Vorlesung, Professor Dr. Christian Drosten. © Jochen Rolfes

Düsseldorf, 10.2.2021. 1865 registrierte Teilnehmer verfolgten am 9. Februar die 8. Jörg-Dietrich-Hoppe-Vorlesung der Ärztekammer Nordrhein, zu der Kammerpräsident Rudolf Henke pandemiebedingt erstmals online begrüßte. Referent Christian Drosten verwies in seiner aktuellen Beschreibung der Pandemiesituation darauf, dass die Infektionszahlen nur langsam zurückgehen. Der R-Wert liege bei um 0,9. Wenn man diesen auf 0,7 drücken würde, könnte die Zahl der Infektionen deutlich schneller gesenkt werden und sich jede Woche halbieren.

Auch nach Ostern müsse man die Inzidenz genau im Blick behalten, da sich die Impfungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht positiv bemerkbar machen könnten. Erneute Lockdown-Maßnahmen sind laut Drosten unbedingt zu vermeiden. „Sie sind sehr negativ für alle Beteiligten, für die Wirtschaft, für die Medizin, für die Politik, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte er. 

Zudem zeigte Drosten mittels neuester Daten auf, dass Schulen Teil des Infektionsgeschehens sind. Um Schulen dauerhaft offen zu halten, verwies Drosten auf bereits vorliegende Expertenvorschläge. Danach soll im Falle eines positiven Testergebnisses die Klasse des betroffenen Schülers zunächst für fünf Tage in Heimquarantäne geschickt und dann "freigetestet" werden. Nur die positiv getesteten Schüler müssten dann noch einige Tage zuhause bleiben, die anderen könnten umgehend wieder am Unterreicht teilnehmen. Die Eltern und die Geschwister der betroffenen Kinder müssten nur im Falle von Sympotmen in Quarantäne. 

Im Hinblick auf die neuen Varianten des SARS-CoV-2 sagte Drosten: „Die Mutante, um die wir uns wirklich kümmern müssen, ist die englische Variante.“ Das gelte noch auf Wochen hinaus. Nach den derzeit bekannten Daten von Ende Januar sei davon auszugehen, dass diese – deutlich ansteckendere – Variante B.1.1.7. in Deutschland bereits knapp sechs Prozent der positiven PCR-Tests auf SARS-CoV-2 ausmacht. Bis die Impfung an Dynamik gewonnen hat, lasse sich aber auch die britische Mutante erfolgreich durch die Kontaktreduzierung bekämpfen. „Das ist eine gute Botschaft“.

Den Impfstoff gegen Covid-19 von AstraZeneca, der demnächst auch für Ärztinnen und Ärzte und andere Gesundheitsberufe zur Verfügung stehen wird, bezeichnete Drosten als „sehr guten Impfstoff“. Bei dem Vektor-Impfstoff seien die Nebenwirkungen geringer als bei den mRNA-Impfstoffen. Zudem erwartet Drosten, dass der AstraZeneca-Impfstoff „durchaus robust gegen spätere Varianten“ ist. Überhaupt hält Drosten alle derzeit zugelassenen Vakzine für „sehr gut“. 

Die Durchimpfung der Normalbevölkerung, die in der Zeit nach Ostern beginnen könnte, bezeichnete Drosten als eine „Mammutaufgabe“, bei deren Bewältigung den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie den Betriebsärztinnen und Betriebsärzten eine wichtige Rolle zukommt. Insgesamt zeigte er sich optimistisch. Im zweiten und mehr noch im dritten Quartal seien viele Lieferungen zugesagt, so Drosten.

Antigen-Schnelltests sind nach Drostens Auffassung nur bei symptomgerichteter Anwendung nützlich, sie eignen sich nach seinen Worten wegen der hohen Rate falsch-positiver Ergebnisse nicht für Massentests. Hingegen seien sie zur Testung der Krankenhausbelegschaften einmal wöchentlich sinnvoll. 

Die Jörg-Dietrich-Hoppe-Vorlesung beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen des Arztberufes und der Gesellschaft. Die Vortragsreihe wurde 2013 zu Ehren des 2011 verstorbenen früheren Präsidenten der Ärztekammer Nordrhein und der Bundesärztekammer, Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, ins Leben gerufen, der für eine feste ethische und eine wissenschaftliche Fundierung des Arztberufes stand.

Charité/ÄkNo


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