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Ärzte und Apotheker

Medikation durch Zusammenarbeit sicherer machen

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Einsatz für mehr Patientensicherheit im Medikationsprozess (v.r.): Dr. Arndt Berson, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Professorin Dr. Susanne Schwalen, Geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Peter Kaup, Vorsitzender der Kreisstelle Oberhausen der Ärztekammer Nordrhein, Kathrin Lubold, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Nordrhein und Dr. rer. medic. Katja Renner, Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Nordrhein. © Marc Strohm

Düsseldorf, 19.3.2026. Polypharmazie stellt ein Risiko gerade für ältere Patienten dar. Experten zufolge nimmt fast jeder dritte Patient über 65 Jahre fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig ein, ab dem 80. Lebensjahr ist es fast jeder Zweite. Vor diesem Hintergrund zielte das Kammersymposium "Medikation im Alter: Zusammenarbeit fördern – Patientensicherheit stärken" der Ärztekammer Nordrhein am 18. März 2026 darauf, unter anderem anhand von Fallbeispielen für das Thema Therapiesicherheit im Rahmen des Arzneimittelmanagements zu sensibilisieren. Zugleich warben die Referenten für eine bessere Zusammenarbeit von allen am Medikationsprozess beteiligten Berufsgruppen – Ärztinnen und Ärzten, Medizinischen Fachangestellten, Apothekerinnen und Apothekern, Pharmazeutischen Assistentinnen und Pflegekräften –, um diesen Prozess sicherer zu machen. Hilfreich sei es, wenn sich die Angehörigen der Gesundheitsberufe kennen und sich zum Beispiel regelmäßig in Qualitätszirkeln austauschten.

Die Referenten waren sich einig: Arzneimitteltherapiesicherheit ist keine Einzelleistung, sondern Ergebnis strukturierter interprofessioneller Zusammenarbeit. Nur wenn Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie die Pflege gemeinsam Verantwortung übernähmen, Medikationsprozesse abstimmten und Informationen teilten, ließen sich Risiken durch Polypharmazie wirksam reduzieren. Dazu gehörten auch regelmäßige Reviews der Medikationspläne multimorbider Patienten und deren Anpassung an die jeweils aktuelle gesundheitliche Situation, interprofessionelle Fallbesprechungen und die Nutzung digitaler Tools wie zum Beispiel Interaktionsdatenbanken. Ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit sei ein bundeseinheitlicher Medikationsplan, der in die elektronische Patientenakte integriert werde. In der ambulanten und stationären Pflege könne darüber hinaus die Verblisterung der einzunehmenden Medikamente zur Patientensicherheit beitragen. Die Referenten nahmen aber auch die Patientinnen und Patienten in den Fokus: Diese müssten angemessen beraten werden und über einen barrierefreien Zugang zu Arzneimittelinformationen verfügen.

Das Kammersymposium fand in der Fortbildungsreihe "Der ältere Mensch" statt und wurde von der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in Kooperation mit der Apothekerkammer Nordrhein ausgerichtet.

HK


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